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Astrid Oldekop

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17.12. München: China 2018 Jahresrückblick

Newsletter 03.2018

China News
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Sehr geehrte Damen und Herren,

obwohl insgeheim erwartet, sorgten zwei Nachrichten im neuen Jahr des Hundes für Wirbel: Der Geely-Einstieg bei Konkurrent Daimler, unter Umgehung der Meldepflicht durch Geely-Chef Li Shufu. Sowie die Aufhebung der Begrenzung der Amtszeit des chinesischen Staatspräsidenten. Ob die kommenden Jahrzehnte unter Xi mehr Stabilität und Wachstum oder noch rigorosere Kontrollen bei wirtschaftlicher Stagnation bedeuten, wird sich zeigen. In China verweist man in diesem Zusammenhang gerne auf die langen Regierungsjahre von Angela Merkel. 
Im deutsch-chinesischen Miteinander läuft dennoch alles gewohnt rund: China ist zum zweiten Mal in Folge Deutschlands größter Handelspartner. Brüssel und Peking feiern das Tourismusjahr EU-China. Es ist leichter geworden, China-Arbeitsvisa zu beantragen. WePay akzeptiert endlich ausländische Kreditkarten und ermöglicht uns so die Teilhabe an Chinas faszinierender digitaler Gesellschaft.

 

Eine kurzweilige Lektüre wünscht

 

Ihre Astrid Oldekop

 

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Astrid Oldekop
Chefredakteurin
China Business Forum
cbf@mdb-consult.com

China News

Digitale Modellstadt Duisburg

Duisburg

Spätestens seit dem Besuch von Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Endpunkt des Yuxinou-Seidenstraßen-Zuges, ist Duisburg einer der ganz großen Anziehungspunkte für chinesische Investoren. Nun soll die Stadt mit dem größten Binnenhafen Europas zur digitalen Modellstadt für Westeuropa werden und ein Joint Smart City Innovation Center erhalten. Das sieht eine Absichtserklärung vor, die Vertreter der Stadt und der Technologiekonzern Huawei in Shenzhen unterzeichnet haben.
Künftig soll das WLAN-Netz in der Stadt, im Zoo sowie im öffentlichen Nahverkehr ausgebaut werden. Duisburger Schulen erhalten intelligente Klassenzimmer mit WLAN und Breitbandanschluss. Intelligente Straßenlaternen werden die Innenstadt beleuchten. Es wird digitale Lösungen für Verkehrsmanagement, Versorgungsnetze und Behördengänge geben. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen und wirtschaftliches Wachstum zu fördern“, sagte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. „Wir sind eine attraktive Partnerstadt für chinesische Unternehmen, Arbeitnehmer und Studenten.“

Quelle: Huawei, Foto: flickr/Marcel Quoos

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China News

Jedes dritte deutsche Auto wird in China verkauft

Mercedes

Der chinesische Markt wird für die deutschen Autobauer immer wichtiger, schreibt die Wirtschaftswoche und zitiert damit eine Studie des Beratungsunternehmens EY. 34,9 Prozent ihrer Autos haben Volkswagen, Daimler und BMW im vergangenen Jahr in der Volksrepublik verkauft. Bei Volkswagen waren es sogar 40 Prozent. Vor neun Jahren war der Anteil deutscher Autos in China nur halb so hoch.
Nachdem der Marktanteil der drei Konzerne in China in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, stieg er 2017 wieder und liegt nun bei gut 22 Prozent.
Die gestiegene Bedeutung Chinas schlägt direkt auf die Produktionslandschaft durch: Das größte Mercedes-Werk steht jetzt in Peking.
Weil Steuervergünstigungen für kleinere Autos ausliefen, schrumpfte das Absatzplus auf dem chinesischen Markt insgesamt von 18 auf 2 Prozent zusammen. Dem hätten sich die deutschen Hersteller aber weitgehend entziehen können, erläuterte EY-Autoexperte Peter Fuß gegenüber der Wirtschaftwoche. „Ihre Wachstumsrate sank zwar von 13 auf 8 Prozent. Damit schnitten sie aber deutlich besser ab als der Gesamtmarkt und konnten jeweils Marktanteile gewinnen.“

Quellen: Wirtschaftswoche, Automobil Produktion online, Foto: Daimler

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Digitalisierung und E-Mobilität in NRW

NRW

1.150 Unternehmen aus Greater China haben sich in Nordrhein-Westfalen niedergelassen, knapp die Hälfte davon in Düsseldorf. Allein im vergangenen Jahr kamen 120 Neuansiedlungen hinzu. „Diese neuen Investitionsprojekte zeigen die Bedeutung unseres Landes für die chinesischen Unternehmen“, freute sich NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (2. v. r.) beim Neujahrsempfang für die chinesische Wirtschaft in Düsseldorf. Zu den Neuansiedlungen zählen TCL, der größte Hersteller und Exporteur von LCD-Fernsehern in China, der chinesische Anlagenbauer ShaanGu Europa Forschung und Entwicklung sowie Dahua, ein Anbieter von Video-Überwachungssystemen.
„2018 wird durch die Themen Digitalisierung und Elektromobilität geprägt sein, die für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit eine zunehmend wichtigere Rolle spielen“, sagte Pinkwart weiter. Am 15. September feiert NRW das nächste Chinafest in Düsseldorf - als Gemeinschaftskooperation der Städte Köln, Duisburg und Düsseldorf. Am 14. September findet das Business and Investors Forum China statt.

Quelle und Foto: NRW.Invest

China News

Chinesen kaufen Schweizer Luxuslabel

Bally Final

Der Tessiner Modekonzern Bally hat einen neuen Besitzer, schreibt die Handelszeitung. Der chinesische Luxuskonzern Shandong Ruyi erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schuhhersteller aus dem Tessin. Die bisherige Besitzerin, die Gesellschaft JAB der deutschen Milliardärsfamilie Reimann bleibt beteiligt.
„Bally ist eine der wichtigsten Marken für Luxusschuhe und Lederaccessoires mit einer mehr als hundertjährigen Tradition. Die Geschichte von Bally und seinen Produkten ergänzt in hohem Masse unsere bestehende Stärke im Modebereich“, sagte Shandong Ruyi-Chef Yafu Qiu. Nach Umsatz zählt Shandong Ruyi bereits ohne Bally zu den Top 20 der globalen Mode- und Luxuskonzerne – deutlich vor Michael Kors, Burberry oder Prada.
Shandong Ruyi hat wohl auch einen Auftrag der Regierung in Peking, mit Luxusmarken ein Gegenpol zu den etablierten europäischen und amerikanischen Konzernen aufzubauen, vermutet die Handelszeitung. Ähnlich wie HNA im Bereich Infrastruktur, Dalian Wanda in der Unterhaltungsindustrie oder Fosun in der  Tourismusbranche, heißt es weiter.

Quelle: Handelszeitung, Foto: mdb

813.500.000

Chinesen leben in Städten. Die Urbanisierungsrate Chinas beträgt 58,52 Prozent.

Quelle: People’s Daily

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Größter Luftreinigungsfilter der Welt

Schmutz

Forscher der chinesischen Akademie für Wissenschaften haben in Xian einen 100 Meter hohen Anti-Smog-Turm errichtet, der die verschmutzte Luft reinigen soll, berichtet die South China Morning Post. Der Turm könne zehn Millionen Kubikmeter saubere Luft pro Tag produzieren und die Luftqualität in einem Umkreis von zehn Quadratkilometern verbessern, sagten die Wissenschaftler. Neben dem Turm stehen Glashäuser auf einer Fläche eines halben Fußballfeldes. Die verschmutzte Luft wird angezogen und mit Solarenergie erwärmt. Die heiße Luft wird anschließend durch mehrere Filterschichten gereinigt. Ob die neue Technik die schlimme Luftverschmutzung tatsächlich auf ein moderates Niveau senken kann, sollen wissenschaftliche Bewertungen im Frühjahr zeigen.
In Zukunft wollen die Forscher einen 500 Meter hohen, 200 Meter breiten Turm bauen, dessen Glashäuser eine Fläche von fast 30 Quadratkilometern bedecken sollen. Dieser könnte die Luft einer kleinen Stadt reinigen.

Quelle: SCMP, Foto: Thinkstock

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Fackelmann zieht ein Teil der Produktion aus China ab

Fackelmann

Weil hohe Arbeitskosten China als Produktionsstandort für deutsche Firmen zunehmend unattraktiv machten, hat der Haushaltsgeräte-Hersteller Fackelmann einen Teil seiner Produktion aus China abgezogen, schreibt die Schwäbische Zeitung. In den vergangenen drei bis vier Jahren hat sich die Zahl der in China hergestellten Fackelmann-Produkte nach Angaben von Firmenchef Alexander Fackelmann jährlich um fünf Prozent verringert. Ein Teil der Produkte werde inzwischen in Indien gefertigt, wo die Lohnkosten nur ein Viertel so hoch seien wie in China. Einen anderen Teil produzierten Roboter oder hochautomatisierte Maschinen am Standort Deutschland. Zu dem mittelständischen Unternehmen, gehören Marken wie Zenker, Dr. Oetker und Nirosta.

Quelle: Schwäbische Zeitung, Foto: Fackelmann

China News

Supermärkte ohne Personal

BingoBox

Während sich Amazon noch für seinen kassenlosen Supermarkt als Pionier der Branche feiern lässt, haben Chinas Händler schon die Testphase hinter sich und eröffnen Hunderte von Läden ohne Personal, schreibt das Handelsblatt. Ganz vorne dabei ist JD.com, der zweitgrößte chinesische Onlinehändler nach Alibaba, der in Tianjin gerade zwei Läden ohne Personal eröffnet hat und hundert weitere Standorte noch in diesem Jahr plant.
In China treiben nicht nur Großkonzernen wie Alibaba oder Tencent das kassenlose Bezahlen voran, sondern auch viele spezialisierte Start-ups. Die von der Online-Seite Technode herausgegebene Hitliste der chinesischen Geschäfte ohne Personal wird von BingoBox angeführt. Das Unternehmen startete im Juni 2017 und hat bereits 200 Kleinstläden in Containeranmutung aufgestellt, die fast ohne Personal funktionieren und rund um die Uhr geöffnet sind. Nun denkt der Gründer von BingoBox, Chen Zilin, über eine Expansion nach Europa nach. Einen potenziellen Partner hätte er bereits, meint das Handelsblatt: In China arbeitet BingoBox mit dem französischen Händler Auchan zusammen.

Quellen: Handelsblatt, Technode, China Channel, Foto: flickr/Stéphane Joly

China News

Zuversicht in weltweite Nutzung des Yuan

Yuan

Die Finanzwelt erwartet, dass der chinesische Yuan weltweit eine größere Rolle spielen wird. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bank of China. Drei von vier Befragten waren der Meinung, dass der Yuan eine ebenso wichtige Rolle spielen wird wie Euro, US-Dollar, britisches Pfund oder japanischer Yen. Das meldet die offizielle chinesische Webseite German.China.org. Befragt wurden 3.134 ausländische Unternehmen und 118 Finanzinstitutionen aus 25 Ländern und Regionen. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, den Yuan bei Handel, Investitionen und Devisenreserven stärker einsetzen zu wollen. Im vergangenen Jahr war der Yuan beim Zahlungsverkehr die sechstgrößte Währung der Welt und die siebtgrößte bei den Devisenreserven.
Im Januar hatte die Bundesbank angekündigt, den Yuan in ihre Währungsreserven aufzunehmen. Diesen Schritt hatte die Europäische Zentralbank bereits 2017 gemacht. 2016 war der Yuan vom Internationalen Währungsfonds zur globalen Leitwährung aufgewertet worden. Nach der Ankündigung durch Bundesbankvorstand Andreas Dombret stieg der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Wechselkurs zum Euro blieb fast unverändert.

Quellen: German.China.org, faz, Foto: mdb

„Wer im internationalen Geschäft dabei sein will, muss sich mit China auseinandersetzen. China wird bald ein stärkeres wirtschaftliches Netzwerk haben als je ein Land zuvor. Die EU verschläft hier eine Entwicklung. Sie ist keine echte Union, sie spricht nicht mit einer Stimme.“

Zukunftsforscher John Naisbitt

Quelle:  Kurier

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Frühlingsfest-Gala mit mongolischen Künstlern

Fruhlingsfest

Kehlkopfgesang, Langtonmusik und Totemverehrung waren nur einige der Themen der großen Frühlingsfest-Gala im Düsseldorfer Savoy-Theater, die Astrid Oldekop auf Deutsch und Chinesisch moderierte. Zu Gast war das preisgekrönte Tanz- und Gesangs-Ensemble Wulanmuqi aus Ordos in der Inneren Mongolei. Unter dem Motto „Schönes Grasland, meine Heimat“ hatten das Konfuzius-Institut Düsseldorf, die GDCF Düsseldorf mit Unterstützung des örtlichen chinesischen Generalkonsulats und des deutsch-chinesischen Kulturzentrums Berlin zur Begrüßung des Jahrs des Hundes geladen. Der Andrang war so groß, dass viele Besucher abgewiesen werden mussten. „Das Frühlingsfest ist eine Mischung aus Weihnachten und Silvester“, erklärte Cord Eberspächer vom Konfuzius-Institut. „Hunde sind loyal, zuverlässig, freundlich und mutig“, freute sich Generalkonsul Feng Haiyang und folgerte: „Das Jahr des Hundes bedeutet Wohlstand und Glück.“ Düsseldorfs Bürgermeisterin Claudia Zepuntke erinnerte an die 520 chinesischen Unternehmen in der Stadt. GDCF-Vorstand Dieter Böning sprach von den offiziell gezählten 3.600 Chinesen in Düsseldorf. Dazu kämen jedoch viele ethnischen Chinesen mit deutschem Pass: „Ihre Gesamtzahl schätzen wir in Düsseldorf auf mindestens 10.000.“

Foto: Martina Henschel

Inside mdb

China - Quo vadis?

Quovadis

Die Ziele sind hochgesteckt: Im Jahr 2049, zum 100. Geburtstag der Volksrepublik, will China eine hochtechnologisierte, führende Weltmacht sein. Über diese langfristige Strategie, Xi Jinpings Sozialismus chinesischer Prägung sowie die weiteren Ergebnisse des 19. Parteitages und deren Konsequenzen sprach Astrid Oldekop mit Thomas Heberer (Foto rechts), Seniorprofessor für Politik und Gesellschaft Chinas an der Universität Duisburg-Essen und dem Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Wang Yaozhen (links) in der Volkshochschule Düsseldorf. Wang Yaozhen sprach über chinesische Investitionen in Europa. Thomas Heberer ordnete die neue Strategie ein in Chinas politische Diskurse seit Ende des 19. Jahrhunderts und beschrieb die Volksrepublik als Entwicklungsstaat. Die Auswirkungen der Antikorruptionskampagne auf Funktionäre und Wirtschaft, die Ambitionen Chinas, das Modell des Sozialismus chinesischer Prägung als Blaupause für andere Länder zu sehen sowie die neue Seidenstraße waren weitere Themen des Abends.

Foto: Martina Henschel

Inside mdb

Das Geheimnis der China Speed

12min

Nach dem Geheimnis ihres China-Erfolgs gefragt, antworten deutsche Manager in Interviews häufig mit dem Satz: „It’s the China Speed.“ Was dieses China-spezifische Tempo ist, wie die Menschen in China es über Jahrzehnte hinweg aushalten und es sich sogar zum Verbündeten machen, untersuchte Astrid Oldekop in ihrem persönlich gehaltenen 12.min.me-Talk vor Düsseldorfer Gründern und Expats. Dabei ging sie zwei Beobachtungen nach: Während westliche Manager das China-Tempo lobten, kritisierten Chinesen häufig die angespannten, gehetzten Bewegungsmuster der Menschen aus dem Westen. Mit der den Chinesen eigenen Fähigkeit, Widersprüche zu vereinen, Yin und Yang gleichzeitig zu denken, aus dieser Begegnung eine Kunst zu machen und diese in allen Lebensbereichen zu zelebrieren, erklärte Astrid Oldekop die unterschiedlichen Tempi, die die besondere China-eigene Dynamik ausmachen.

Foto: Wavemaker

9

Stunden brauchten 1.500 Arbeiter, um den Bahnhof Longyan im Südwesten Chinas zu bauen.

Quelle: Focus

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Die Hälfte des Himmels

Karrierefrauen

In China sitzen mehr Frauen in den Führungsetagen als in vielen westlichen Ländern. Mit 38 Prozent liegt ihr Anteil vor dem weltweiten Durchschnitt von 24 Prozent. In ihrem Buch „More than half the sky?“ hat Bettina Al-Sadik-Lowinski die Faktoren gemessen, die chinesischen Frauenkarrieren zuträglich sind. Das sind zum einen externe Einflüsse wie ein gesellschaftliches Umfeld, das Frauen in ihren Karrieren anerkennt und unterstützt sowie eine durch Familienstrukturen getragene wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zum anderen schreibt die Autorin individuellen Faktoren wie interkulturelle Fähigkeiten, Karriereorientierung und Flexibilität große Bedeutung zu. Für das Buch interviewte die Autorin 35 chinesische Top-Managerinnen aus 26 multinationalen Unternehmen.

Bettina Al-Sadik-Lowinski: More than half the sky? Descriptions and determinants of the career development of female Chinese senior executives working at multinational companies in China. Cuvillier Verlag. 84,80 Euro.

Foto: Thinkstock

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Unbekannte Konkurrenten

ChinasBosse

Sie erobern die Weltmärkte, positionieren China als digitale Supermacht und prägen die entscheidenden Zukunftsindustrien. Doch ihre Namen, Motive und Strategien sind im Westen weitgehend unbekannt. In seinem Buch „Chinas Bosse. Unsere unbekannten Konkurrenten“ hat der Journalist und China-Kenner Wolfgang Hirn untersucht, wie Chinas Macher ticken, wer hinter den mächtigen und aggressiven Unternehmensgiganten steckt und welche Chinesen in Frankreich Weinberge und in Europa Fußballvereine oder Immobilien kaufen. Auch in Deutschland hat der Autor die Spuren chinesischer Investoren verfolgt und untersucht, was passiert ist, nachdem sie bei Unternehmen, Banken und Flughäfen eingestiegen sind. Das Buch bietet einen Einblick ins Zentrum des chinesischen Wirtschaftsmodells, porträtiert die Strategien der Macher und bietet Lösungsansätze für einen neuen Umgang mit der Wirtschaftsmacht China. Dabei liefert der Autor zahlreiche Unternehmensbeispiele, unter anderem von Alibaba, Haier, HNA, Huawei und Tencent.

Wolfgang Hirn: Chinas Bosse. Unsere unbekannten Konkurrenten. Campus. 26 Euro.

Foto: mdb

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Rekordinvestitionen in Deutschland

Investitionen

Für deutsche Unternehmen gaben chinesische Investoren im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 12,2 Milliarden Euro aus, meldet die Beratungsgesellschaft EY in einer neuen Studie. Europaweit sank die Zahl der Übernahmen sowie der Gesamtwert der Transaktionen jedoch um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2017 markiert das erste Jahr seit Beginn der Analyse im Jahr 2006, in dem die Zahl der Übernahmen nicht gestiegen ist.
Deutschland und Großbritannien sind mit 54 und 44 Transaktionen die weiterhin attraktivsten Investitionsländer für chinesische Investoren. Deutliche Rückgänge waren in Italien, Frankreich und den Niederlanden zu verzeichnen, während Schweden und Russland bei den Übernahmen aufgeholt haben. China ist nach den USA, der Schweiz und Russland der viertgrößte Investor in Deutschland. 2014 lag China noch auf dem sechsten Rang. Chinesische Investoren interessieren sich vor allem für Unternehmen der Industrie- und Finanzbranche. Die größten Transaktionen in Deutschland im vergangenen Jahr waren die schwierige Beteiligung der chinesische HNA-Holding an der Deutschen Bank sowie der Kauf des Energiedienstleisters ista International durch den Hongkonger Milliardär Li Kashing, mit einem Gesamtwert von rund 9 Millionen Dollar.

EY: Chinesische Unternehmenskäufe in Europa. Studie. Online.

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Psychogramm einer Weltmacht

China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und Deutschlands wichtigster Handelspartner. Das Land bestimmt immer stärker über die Geschicke der Welt und des Wohlergehens der Deutschen mit. Zugleich sind die Chinesen dem Westen aber weithin fremd geblieben. Das deutsch-chinesische Autorenpaar Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron greift diesen Zwiespalt auf und zeichnet ein umfassendes Psychogramm einer Weltmacht. Dabei schlägt es den Bogen von den (geistes-)geschichtlichen Grundlagen über Erziehung und Sozialisation, Denken und Wahrnehmung, Sprache und Kommunikation, Moral und Sozialverhalten, Lebenseinstellung, Temperament und Geschlechterbeziehungen der Chinesen bis hin zu Wirtschaft und Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft sowie den geopolitischen Ambitionen Chinas.

Stefan Baron, Guangyan Yin-Baron: Die Chinesen: Psychogramm einer Weltmacht. Econ, 2018. 25 Euro.

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Rollentausch im Welthandel

Rollentausch

Ein Buch zur „Belt & Road Initiative“ hat nun auch der Frankfurter Allgemeine Buchverlag vorgelegt. Drei Autoren beschreiben darin die globalen Veränderungen in der Weltwirtschaft, die durch Chinas geopolitisches Handeln zu erwarten sind. Sie beschreiben diese als „Gegenpol zum angelsächsischen Isolationismus“ und die Seidenstraße als „geopolitisches Initiativmodell der Kooperation und Entwicklung zum gegenseitigen Vorteil“. Dieses solle auf dem Landweg und über maritime Routen die betreffenden Weltregionen weiterentwickeln und neu vernetzen. Weitere Themen der Veröffentlichung sind: Chinas neue Rolle in der Globalisierung, die bereits erreichten Seidenstraßen-Meilensteine sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Seidenstraßen-Initiative.

Wolf D. Hartmann,‎ Wolfgang Maennig,‎ Run Wang: Chinas neue Seidenstraße: Kooperation statt Isolation - Der Rollentausch im Welthandel. Frankfurter Allgemeine Buch, 19,90 Euro.

Foto: mdb

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