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Astrid Oldekop

China Business
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13.12. Düsseldorf: Globale Verflechtungen
17.12. München: China 2018 Jahresrückblick

Newsletter 10.2018

China News
Inside mdb
Must Read

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute ist der 111. Tag des Handelskriegs zwischen USA und China. Die britische Zeitschrift The Economist widmet ihm ihre Titelgeschichte und warnt: China wird zum strategischen Rivalen der USA. Beginnt damit ein neuer kalter Krieg? Jetzt entstehen die Regeln dafür, wie die beiden Supermächte in Zukunft miteinander umgehen werden.
Wie wird sich China positionieren? Ist die Volksrepublik bei einigen Themen den USA bereits technologisch überlegen, wie der ehemalige Google-China-Chef Kai-Fu Lee schreibt? Welchen Platz wird Europa, wird Deutschland in dem schärfer werdenden Diskurs einnehmen? Eine Handvoll neuer Bücher sucht Antworten auf diese Fragen. Wir stellen eine Auswahl in unserer Rubrik „Must Read“ vor.
Langfristiger Austausch ist wichtiger als je zuvor. Dies zeigt die China-Reise des NRW-Wirtschaftsministers zur Feier der 30-jährigen Partnerschaft des Bundeslandes mit den beiden Provinzen Jiangsu und Sichuan.

Eine kurzweilige Lektüre wünscht

Ihre Astrid Oldekop

 

AOAstrid Oldekop
Chefredakteurin
China Business Forum
cbf@mdb-consult.com

China News

Hallstatt und die Touristen aus China

Hallstatt

780 Einwohner, eine Million Besucher, 150.000 Übernachtungen: Hallstatt, ein österreichisches Dorf im Inneren Salzkammergut, wird von Touristen aus China überrollt. Die  Rekordzahlen dürften im nächsten Jahr noch steigen, denn viele Reiseanbieter, die Prag, München, Salzburg, Wien, Budapest als Reiseziele anbieten, bauen in ihr Programm nun auch Hallstatt ein. In einer lesenswerten Reportage ist Spiegel Online dem Phänomen nachgegangen. „Hallstatt, das ist für uns das kleine Glück: Berge, ein See, dazwischen ein hübscher Ort, in dem glückliche Menschen leben“, sagte eine chinesische Besucherin der Online-Seite des Magazins.
Ein Grund für Hallstatts Beliebtheit sei die Verbreitung von Fotos des Berg-See-Dorf-Idylls in den sozialen Medien. In der Provinz Guangdong wurden der Marktplatz und die umliegenden Häuser 2012 eins zu eins nachgebaut, spiegelverkehrt und ohne Wissen der Hallstatter. „Wir sind ein kleiner Ort, der vor einigen Jahren noch verschuldet war und Gefahr lief, eingemeindet zu werden“, erklärte Hallstatt-Bürgermeister Alexander Scheutz gegenüber Spiegel Online. „Jetzt haben wir einen Haushalt von 4,4 Millionen Euro mit rund 160.000 Euro Überschuss.“ Diese Zunahme sei durch den Tourismus erwirtschaftet worden. Allein durch die öffentlichen Toiletten, deren Nutzung einen Euro kostet, erwirtschafte die Gemeinde 150.000 Euro im Jahr - mehr als die Grundsteuer.

Quelle: Spiegel, Foto: Pixabay

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China News

Autohersteller Chery entwickelt in Hessen

Chery

Der chinesische Autohersteller Chery kommt nach Deutschland. Das Unternehmen eröffnet im Januar seine Europazentrale für Design, Entwicklung, Marketing und Vertrieb im hessischen Raunheim, in direkter Nachbarschaft zu Opel. Bis Ende 2019 will Chery 30 bis 50 Mitarbeiter einstellen. Der Markteintritt mit ersten Modellen, voraussichtlich mit komplett elektrischem Antrieb, soll nach 2020 erfolgen, schreibt Auto Motor Sport.
Chery produziert seit 1999 Auto und gilt heute als Chinas größter Autoexporteur. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verkaufte das Unternehmen 462.000 Autos, davon 50.000 mit Elektroantrieb. „Ein seriöser und global tätiger Automobilhersteller muss in den wichtigsten Märkten präsent sein“, resümierte Chery-Chef Tonqyue Yin. „Auf der letztjährigen IAA haben wir uns als Marke präsentiert, jetzt werden wir unsere Pläne in und für Europa umsetzen. Deshalb werden wir unter unserer Technologiemarke Exeed Modelle auf den Markt bringen, die in Bezug auf Qualität, Design und Technologie konkurrenzfähig mit den führenden europäischen Herstellern sein werden.“

Quelle: Auto-Motor Sport, Foto: Chery

China News

Zweite Heimat von SAP ist China

SAP

Der deutsche Softwareriese SAP und Chinas größter Onlinehändler Alibaba bauen ihre Zusammenarbeit aus und wollen gemeinsame Produkte entwickeln. Künftig will SAP sein Flagschiff-Produkt S/4 Hana über die Alibaba-Cloud anbieten. Der Walldorfer Softwarehersteller arbeitet bereits seit zwei Jahren bei Cloud-Technologien mit Alibaba zusammen. Alibaba ist seit 2009 im Cloud-Geschäft unterwegs und inzwischen laut Handelsblatt der größte chinesische Anbieter von IT-Infrastrukturen über das Internet. „China ist seit über zwei Jahrzehnten die zweite Heimat der SAP“, freute sich SAP-Chef McDermott. „SAP sieht dem chinesischen Traum mit Freude entgegen, da wir hier substanzielles Wachstum in den kommenden Jahren erwarten.“ Alibaba und SAP prüfen derzeit auch eine Zusammenarbeit bei Themen wie Künstlicher Intelligenz oder Internet der Dinge.

Quellen: Mannheimer Morgen, Handelsblatt, Foto: SAP AG

 

China News

Chinas Top Ten in Afrika

Afrika

China ist zum größten und stärksten Verbündeten Afrikas geworden und finanziert ein Projekt nach dem anderen, schreibt die Online-Seite Business Insider und liefert eine Liste mit Chinas Top Ten Investitionen in Afrika: Eisenbahn-Linien, das Headquarter der Afrikanischen Union sowie die Zentrale der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, Bauxit-Minen in Ghana, die Wasserkraftanlage Caculo Cubaca in Angola, eine Sonderwirtschaftszone im Kongo, Nigerias Edo State Oil Raffinerie, eine Zementfabrik in Sambia, eine komplett neue Stadt in Ägypten sowie das neue Parlament in Simbabwe. Beim Afrika-Gipfel in Beijing im September hatte China angekündigt, weitere 600 Milliarden US-Dollar in Afrikas Entwicklung zu investieren.

Quelle: Business Inside, Foto: Pixabay

 

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der 20 größten Technologieunternehmen sitzen in China, elf in den USA.

Quelle: Spiegel

China News

Gemeinsam für klimaschonende Mobilität

NRW Invest

Batteriezellenforschung, Smart Cities und die Mobilität der Zukunft waren die beherrschenden Themen der Chinareise von NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart. China ist der zweitgrößte Handelspartner von Nordrhein-Westfalen. Das Bundesland ist wichtigste Zielregion für chinesische Investitionen in Deutschland. „Auf dem Weg zur klimaschonenden Mobilität sind chinesische Unternehmen weit vorangekommen“, sagte Pinkwart. „Ich freue mich, dass wir den Partnern unser Know-how für innovative Mobilitätslösungen präsentieren können. Ziel ist, die Zusammenarbeit zu intensivieren.“ Vor 30 Jahren hat NRW Partnerschaften  mit den chinesischen Provinzen Jiangsu und Sichuan geschlossen, das wurde nun in Nanjing und Chengdu gefeiert. In Peking besuchte Pinkwart unter anderem das Telekommunikationsunternehmen Huawei, das Xiaoying Bus Terminal – die größte Elektrobusladestation der Welt – sowie die Start-up-Street Innoway.

Quelle und Foto: NRW.Invest

China News

Byton: Premiumautos aus China

 Byton

„Es gibt keine Alternative zu China“, konstatiert Byton-Chef Carsten Breitfeld im Gründerszene-Interview. „Wir sind das erste Unternehmen in China, das eine Premiummarke weltweit erfolgreich machen kann.“ Der ehemalige BMW-Manager baut mit Byton eine chinesische Elektroauto-Premiummarke auf. Zwei Jahre nach dem Start ist der Autobauer mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet. Inzwischen sind das chinesische Staatsunternehmen FAW und der Batteriehersteller CAT eingestiegen, Ende 2019 sollen die ersten SUVs produziert werden.
Von den 40 vergleichbaren Unternehmen in China seien nicht viele nachhaltig unterwegs, sagt Breitfeld gegenüber Gründerszene. „Als wir vor zwei Jahren das Unternehmen gegründet haben, lautete unsere Story: Es dauert drei Jahre, bis wir ein Produkt haben, es kostet einen Haufen Geld und wir werden nach vier Jahren 300.000 Autos produzieren“, erinnert sich Breitfeld. „Unser Plan ist noch genau der gleiche und wir haben zwischenzeitlich jedes Ziel geschafft oder übererfüllt. Währenddessen sind andere verschwunden oder mussten ihre Pläne korrigieren.“
In China seien vier Faktoren laut Breitfeld für Byton entscheidend: Der riesige Markt mit dem steigenden Anteil von Premiumautos, Chinas Tempo und Dynamik, die Bereitschaft von Investoren, früh viel Geld in Teams und Pläne zu stecken sowie der politische Willen, das Thema E-Mobilität voranzutreiben.

Quelle: Gründerszene, Foto: Byton

China News

Nach Übernahme: Grammer-Vorstand tritt zurück

Grammer

Nach der Übernahme des bayerischen LKW-Sitzherstellers Grammer durch das chinesische Familienunternehmen Ningbo Jifeng ist der gesamte Vorstand von Grammer überraschend mit einer Millionenabfindung zurück getreten. Ningbo Jifeng hatte am 10. September nach dem öffentlichen Übernahmeangebot 84 Prozent der Aktien erhalten, mehr als Jifeng und auch die Grammer-Vorstände gedacht hatten. Bis zum Rücktritt erschien der Einstieg von Ningbo Jifeng bei Grammer wie das perfekte Fallbeispiel eines weißen Ritters aus China, der ein bedrängtes deutsches Unternehmen vor einem anderen aggressiven Investor rettet, schreibt Stefan Gätzner von M&A China/Deutschland. Diese Geschichte habe nun einen gewaltigen Riss bekommen. Zwar bleiben Jifengs umfangreiche Standort- und Arbeitsplatzgarantien für Grammers 13.000 Mitarbeiter weiterhin bestehen, doch die Zukunft der Amberger Zulieferers erscheine längst nicht mehr so rosig wie zuvor.

Quellen: Handelsblatt, MA Dialogue, Foto: Grammer AG

China News

Fohlen-Schmiede in Shanghai

BMG

Der Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat in Shanghai sein erstes Auslandsbüro eröffnet. In der Fünfmillionen-Metropole Suqian, nordwestlich von Shanghai, will der Verein Fußball-Aufbauarbeit leisten und mit zwei Sportberatern Lehrer schulen. „Wir erarbeiten für Suqian die kompletten Konzepte, wie man den Fußball in der Stadt implementieren kann“, sagte Vereinsvertreter Peter Hambüchen gegenüber dem Deutschlandfunk.
Chinas Staatschef Xi Jinping will China zur erfolgreiche Fußballnation machen. Davon wollen deutsche Vereine profitieren: Schalke, Dortmund, die Bayern und Wolfsburg haben schon Büros in China, nun eben auch Borussia Mönchengladbach. In China stehe viel Geld für solche Projekte zur Verfügung, berichtete Hambüchen. Borussia Mönchengladbach baue eine China-Einheit auf, die sich irgendwann selber tragen werde. „Da wir die Fohlen-Philosophie vertreten, wissen wir, wie Talente geschmiedet werden“, freut sich Vereins-Vize Rainer Bonhof. „Das könnte für China ein guter Weg sein.“ 
Zur selben Zeit haben die Bundesligisten Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und FC Schalke 04 gemeinsam in Nanjing eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung des Fußballs in China unterschrieben. Geplant sind gegenseitige Besuche zwischen Sportverwaltungsabteilungen und Fußballverbänden. Außerdem soll in unbestimmten Abständen zwischen den Fußballverbänden der beiden Regionen ein Wettbewerb organisiert werden sowie ein Austausch und Kooperationen im Personaltraining beim Jugendfußball stattfinden.

Quellen: Deutschlandfunk, Sponsors, Foto: Borussia MG

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Frauen sind unter den 1.000 reichsten Chinesen.

Quelle: SCMP

China News

Zahl der Chinesisch-Lernenden stagniert

Chinesisch

Chinesisch-Unterricht hat sich in den vergangenen 20 Jahren an deutschen Schulen vom außercurricularen Zusatzangebot vielerorts zum festen Bestandteil des Regelunterrichts und sogar zum Abiturfach entwickelt, meldet eine Merics-Studie. Im Schuljahr 2016/17 lernten über 5.000 Jugendliche im regulären Schulunterricht Chinesisch - von insgesamt 5,3 Millionen Schülern der Sekundarstufe. Nach einem starken Anstieg in den 2000er Jahren hat sich die Entwicklung der Chinesisch-Schülerzahlen jedoch verlangsamt. Bundesweit stagnieren sie seit einigen Jahren und sind in einigen Bundesländern sogar deutlich rückläufig.
20 Jahre nach den ersten Versuchen, Chinesisch als Wahlpflichtfach an deutschen Schulen zu etablieren bleiben erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Zudem fehlen nach Ansicht der Autoren zeitgemäße, ansprechende und didaktisch sinnvolle Unterrichtsmaterialien. Gefordert sei ein gezielter, koordinierter Aktionsplan, um mehr Schüler zu überzeugen, Chinesisch als zweite oder dritte Fremdsprache zu wählen.

Quelle: Merics; Grafik: mdb

„Der Gesamtwert der chinesischen Internetwirtschaft ist heute schon größer als der der amerikanischen.“

US-Bestsellerautor Thomas Friedman
Quelle: New York Times

Inside mdb

Duisburg: Drehscheibe zwischen Europa und China

Duisburg

In Duisburg soll ein 260 Millionen Euro teures China Handels- und Innovationszentrum entstehen. Astrid Oldekop interviewte für die Webseite der Metropole Ruhr Wang Yaomin, die Geschäftsführerin der Starhai-Gruppe. Die 38-Jährige steht als Ideengeberin und Entwicklerin hinter dem Projekt. In das China Trade Center Europe sollen 200 vorrangig chinesische Mittelständler ziehen, die bis zu 2.000 Arbeitsplätze schaffen könnten. Vertretungen chinesischer Hochschulen, Forschungszentren, Dienstleister aller Branchen, Angebote für Start-ups, ein großes Hotel, umrahmt von chinesisch inspirierten Gärten sollen im linksrheinischen Duisburg, am Ende der neuen Seidenstraße, entstehen. Der erste Spatenstich soll Mitte 2019 erfolgen, die ersten Mieter werden 2020 erwartet.

Foto: mdb

Inside mdb

Hamburg Summit im China Business Kalender

China Kalender

Der Termin für den Hamburg Summit 2018 steht: Am 26. und 27. November treffen sich 500 hochrangige europäische und chinesische Vertreter aus Wirtschaft und Politik in der Hansestadt und diskutieren über geopolitische Verschiebungen, Wachstumstreiber, neue Seidenstraße, Nachhaltigkeit sowie die Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz. Über diesen und alle weiteren wichtigen Termine für die China-Business-Community der DACH-Region informiert der China Business Kalender, der vom Medienbüro Düsseldorf | Beijing präsentiert wird.
Ist Ihr Termin noch nicht im China Business Kalender aufgenommen? Dann schreiben Sie uns an kalender@mdb-consult.com

Foto: Hamburg Chamber of Commerce, Roland Magunia / Krafft Angerer

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Hubs für Lieferdrohnen will der Onlinehändler JD im Südwesten Chinas bauen.

Quelle: World Economic Forum

Must Read

Supermächte der Künstlichen Intelligenz

KI

Eine spannende Analyse zur Zukunft der Künstlichen Intelligenz hat der ehemalige Google-China-Chef Kai-Fu Lee geschrieben. „Jedes unserer beiden Länder kann seine Erfolgsaussichten verbessern, wenn es von den Stärken des anderen lernt“, schreibt Lee über China und die USA in „Supermächte der künstlichen Intelligenz: China, das Silicon Valley und die neue Weltordnung“. Während der Kampf zwischen China und den USA um die KI-Vorherrschaft Fahrt aufnimmt, fordert Lee die beiden Länder auf zu kooperieren. Die Stärke der USA seien visionäre technologische Erfindungen. Chinas Stärke bestehe darin, neue Technologien blitzschnell anzuwenden. Bei der Künstlichen Intelligenz könnten „China und die USA die Gelegenheit erkennen, über Kulturgrenzen zu lernen und die Entwicklung der künstlichen Intelligenz zu einem globalen Projekt zur Verbesserung des menschlichen Lebens zu machen.“
Der 56-jährige Lee lebt als Risikokapitalanleger in Beijing. Er kennt sowohl das chinesische als auch das amerikanische Internet. Er stammt aus Taiwan, studierte in den USA, forschte für Apple, gründete das erste Microsoft Computerlabor in China und war Google-China-Chef. In China hatte sein Blog bis zu 50 Millionen Leser.

Kai-Fu Lee: AI Superpowers: China, Silicon Valley, and the New World Order. Houghton Mifflin Harcourt. Ca. 11 Euro

Quelle: Spiegel, Foto: mdb

Must Read

Die Neuerfindung der Dikatur

Diktatur

Die Verwendung neuer Technologien zur Überwachung und Steuerung von Bürgern und Unternehmen ist Thema des gerade erschienenen Buchs von Kai Strittmatter. China ist einer der Motoren der Weltwirtschaft, sei innenpolitisch aber autoritär geblieben, schreibt der ehemalige China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Strittmatter ist tiefer Kenner des chinesischen Social Credit Systems. Unter Staatspräsident Xi Jinping erfinde sich der autoritäre Staat neu, in offener Konkurrenz zum Westen, heißt es weiter. Wie keine zweite Regierung setze Peking auf Big Data und künstliche Intelligenz. Die Partei glaube, den perfekten Überwachungsstaat schaffen zu können, so erfinde sich die Diktatur neu.

Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur: Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert. Piper. 22 Euro.

Screenshot: Piper

Must Read

Chinas Masterplan

Masterplan

Ein weiteres Buch, das sich mit Chinas digitalen Veränderungen beschäftigt, hat der ehemalige Handelsblatt-China-Korrespondent Stephan Scheuer vorgelegt. „Der Masterplan“ mahnt, Europa müsse dringend Antworten auf die chinesische Herausforderung finden. Peking sei dabei, eine völlig neue Form staatlicher, digitaler Überwachung zu entwickeln. Dank der Errungenschaften der Technologiefirmen seien mehr Daten über jeden Menschen auf der Welt verfügbar als jemals zuvor. Mit diesen Daten wolle Peking das Milliardenreich China effizienter steuern. Es gehe darum, die Umwelt besser zu schützen, Staus zu vermeiden, aber auch, dafür zu sorgen, dass sich alle Bürger und Unternehmen der Kontrolle der Partei unterordnen. Auch das werde die Wirtschaftsordnung in Europa radikal verändern. Die Ideen von Jack Ma, Pony Ma, Robin Li und ihren Kollegen dürften vieles bequemer machen. Aber sie werfen auch elementare Fragen über die Sicherheit unserer Daten und die Bedeutung von Landesgrenzen in der digitalen Welt auf. Europa habe das nur noch nicht begriffen, warnt der Autor.

Stephan Scheuer: Der Masterplan: Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft. Herder. 22 Euro.

Foto: mdb

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Chinas neue Weltordnung

Weltordnung

Chinas außenpolitische Ambitionen beleuchtet eine Merics-Untersuchung. Die Führung der Volksrepublik lasse keinen Zweifel daran, dass sie die globale Ordnung gestalten wolle. Wie diese neue Weltordnung aber aussehe, sei jedoch weniger klar. Offizielle Äußerungen klingen oft vage und strategische Debatten werden abseits der Öffentlichkeit geführt. Merics hat Beiträge führender chinesischer Fachzeitschriften analysiert. Fazit: Chinesische Experten betrachten westliche Annahmen und Konzepte als Teil einer zum Scheitern verurteilten alten Weltordnung. Einflussreiche akademische Schulen sehen es bereits als gegeben an, dass die Regierung in Beijing regional und auch weltweit eine Führungsrolle einnimmt. Sie diskutieren nicht, ob und weshalb, sondern vielmehr wie das Land diese Rolle ausfüllen solle – ein Spiegel des gewachsenen chinesischen Selbstbewusstseins in der Außenpolitik. Diese Konzepte beeinflussen nicht nur die aktuelle Außenpolitik, sie geben auch Hinweise darauf, wie eine künftige Weltordnung mit einem mächtigen China als zentralem Akteur aussehen könnte. Für politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und die Öffentlichkeit in Europa ist es unabdingbar, sich systematisch mit den Ideen zu befassen, die in China im Bereich der Außenpolitik derzeit diskutiert werden, heißt es in der Analyse.

Sabine Mokry: Decoding Chinese concepts fort he global order. How Chinese scholars rethink and shape foreign policy ideas. Merics-Analyse. Online.

Foto: Pxhere

„Die Schließung des nationalen Elfenbeinmarkts in China war ein enorm wichtiger Schritt für den Elefantenschutz. Das Verbot zeigt erste Wirkungen.“

Katharina Trump, WWF Deutschland, über das seit Januar in Kraft getretene Elfenbein-Handelsverbot in China.
Quelle: WWF

Must Read

Marco Polo und das Kathai-Magazin

Kathai

Das Kathai Magazin ist ein neues China-Magazin zu Wirtschafts-, Politik-, Kultur- und Wissenschaftsthemen und erscheint alle drei Monate. Herausgeber ist die Changxing Economic and Technological Development Zone, die Redaktion sitzt in Changxing und Hangzhou. Mit Kathai bezeichnete Marco Polo das Reich der Mitte. Künftig sollen zusätzlich zur Online-Ausgabe auch gedruckte Exemplare auf Messen in Deutschland verteilt werden. Themen der aktuellen Ausgabe: deutsche Gründer in China, ökologischer Landbau, China-Investitionen in Mecklenburg-Vorpommern, Photovoltaik, Headhunting sowie Geelys Aktivitäten in Deutschland. Neben dem Magazin bietet die Wirtschaftszone ein Blog und einen Newsletter. Ziel der journalistischen Aktivitäten: deutschsprachige Investoren und Experten für China und die Changxing-Wirtschaftszone zu interessieren.

Kathai Magazin. Online-Publikation und Print-Magazin. Vierteljährlich.

Foto: Kathai Magazin

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Dusche bei Verkehrsverstößen

Dusche

Verkehrserziehung findet in China auf viele Arten statt. Ein Video der FAZ hat die unterschiedlichsten Methoden zusammengestellt: In der Provinz Hubei bekommen Passanten, die bei Rot über die Ampel gehen, eine Dusche verpasst. Pfosten mit Bewegungsmeldern bespritzen die ungeduldigen Passanten mit Wasser. In Shenzhen sind Überwachungskameras mit einem Gesichtserkennungs-System verbunden. In Peking werden Fußgänger auf großen Bildschirmen vor Verstößen gewarnt und darauf hingewiesen, dass sie beobachtet werden. Bei-Rot-Geher werden über Lautsprecher direkt angesprochen und aufgefordert, zurück auf den Gehweg zu gehen. Die FAZ hat die unterschiedlichen Methoden der Bemühungen der chinesischen Regierung, die Menschen dazu zu bringen, sich an die Verkehrsregeln zu halten, in einem Video aus CCTV-Material zusammengefasst.

FAZ: Überwachung in China. Dusche für „Bei-Rot-Geher“. Online-Video.

Quelle: FAZ, Screenshot: mdb

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Kochroboter revolutionieren Chinas Küchen

Kochroboter

China strebt auch bei Küchenrobotern eine internationale Spitzenstellung an. In der Provinz Hunan krempelt ein Unternehmer mit intelligenten Küchenhelfern bereits die Gastronomie um, berichtet China Daily. Vor vier Jahren begann Li Zhiming an speziellen Kochrobotern für die Hunan-Küche zu forschen. Ende 2017 meldete er dafür ein Patent an. Seit Mai kann man in Li Zhimings Changsha-Restaurant 40 Gerichte à la carte bestellen. Drei Küchenroboter und zwei Menschen bereiten täglich 800 Schüsseln mit Hunan-Speisen auf Reis zu. Vergleichbare traditionelle Hunan-Restaurants benötigen dafür zehn Köche. In der Zukunft will Li Zhimin mit seinen Kochrobotern Restaurants in Peking, Shanghai, Guangzhou und im Ausland eröffnen.

Quellen: China Daily, Welt, Foto: Chefsculinar

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