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Newsletter 05.2022

China News
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Aktueller Newsletter

Sehr geehrte Damen und Herren,

über Nacht ist die Welt eine andere geworden: Vor kurzem war Shanghai noch Place-to-be, Leuchtturm der Globalisierung, Brücke zwischen Ost und West, mit geschäftigen Straßen, ausgesuchter Cuisine und Coffee-to-go in allen denkbaren Röstungen. Heute sind die Straßen am Huangpu verwaist, statt Delikatessen essen die Bewohner schlecht zugeteilte Lebensmittel, Chinakohl verrottet auf den Fluren, viele Expats haben das Land verlassen. Im Hafen stapeln sich die Container, weil LKW-Fahrer sich weigern, in die Stadt zu fahren. Und Hunderte von Containerschiffen stauen sich vor dem wichtigsten Zielhafen für deutsche Güter.
Auch die Zugstrecken von China nach Europa sind wegen des Ukraine-Krieges nicht länger verlässlich. Und der Luftweg hat sich für Fracht aus Europa verlängert. Die einst so reibungslos laufenden globalen Lieferketten stocken – mit weltweiten Auswirkungen, auch auf uns.
Doch es gibt auch eine Zeit danach. Deshalb ist es gerade jetzt entscheidend, hierzulande endlich mehr China-Kompetenz aufzubauen und mit unseren chinesischen Gesprächspartnern auch in diesen schwierigen Tagen im Austausch zu bleiben.

Eine kurzweilige Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Astrid Oldekop
ao CR 5Astrid Oldekop
Chefredakteurin
China Business Forum
cbf@mdb-consult.com

China News

Winterrettich und Soziale Medien

1 TankAls nach drei Wochen hartem Lockdown das Ergebnis eines PCR-Tests in der Shanghaier Wohnanlage des deutschen Unternehmensberaters Andreas Tank (Foto links) erstmals als „unnormal“ eingestuft wurde, wurden die Maßnahmen sofort verschärft: Die 254 Bewohner müssen fortan wieder in ihren Wohnungen bleiben, erhalten Selbsttests und Nahrungsmittel, das 30stöckige Gebäude mit 100 Wohnungen wird zweimal täglich desinfiziert. Seit einem Monat erlebt Marketing-Experte Andreas Tank den Lockdown in Shanghai. In dieser Zeit engagierte er sich bei der Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln in seiner Wohnanlage. Wenn Waren ankamen, wurden der Boden, die Kartons, die Säcke und alle Helfer mit Desinfektionsmittel besprüht. Zeitweise durfte Tank sich in der Wohnanlage und in der Nachbarschaft bewegen, doch nun ist er erneut in seine Wohnung verbannt, Nahrungsmittel werden zugeteilt. „Wir haben noch nie so viele Karotten, Winterrettiche und Kartoffeln gegessen“, erzählt Tank. „Während wir anfangs gar nichts erhielten, ist es jetzt zu viel, eine enorme Geldverschwendung und Fehlallokation von Ressourcen.“
Auf LinkedIn berichtet Andreas Tank, der seit 2004 in China lebt, vom Lockdown. Er schreibt über das Video April-Klänge, das sich vor einer Woche trotz Zensur schnell in den sozialen Medien verbreitete und an die Strapazen des vergangenen Monats erinnert: von der Pressekonferenz am 15. März, auf der die Behörden noch erklärten, die Pandemie sei unter Kontrolle und eine Abriegelung nicht notwendig bis hin zur Kampagne zur harten Isolierung, bei der Gebäude-Eingänge trotz Brandschutzverordnung abgesperrt wurden. „Die Ereignisse haben eine starke politische Dimension, für viele Bürger sind die sozialen Medien ein Katalysator für ihre aufgestaute Wut“, schreibt Tank. So weigerten sich in einem benachbarten Wohngebiet viele Haushalte, zum PCR-Test zu gehen. „Eine Änderung der Strategie ist nicht in Sicht, einige Behelfskrankenhäuser wurden sogar für die Unterbringung von Senioren über 80 umgebaut“, resümiert Tank. Per Bus werden die Senioren in diese Unterkünfte gebracht. „Beim Anblick der Busse bekommt man eine Gänsehaut, wenn man das Schicksal der Fahrgäste kennt."
Foto: Andreas Tank

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China News

Chinesen investieren in Start-ups

2 Grafik VCKApitalDie Zeiten, in denen China massiv in Europa investierte, sind vorbei. Chinesische Anleger fokussieren derzeit ihr Interesse auf vielversprechende Start-ups in Hochtechnologie-Bereichen, ist das Ergebnis einer Studie von Rhodium Group und Merics. Im vergangenen Jahr floss chinesisches Wagniskapital massiv in europäische Tech-Start-ups. Mit 1,2 Milliarden Euro hat sich das Investitionsvolumen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Besonders gefragt waren E-Commerce-Anwendungen, Fintechs, Spieleentwickler, KI- und Robotik-Firmen. Das Wagniskapital konzentrierte sich auf wenige Länder: Die Hälfte ging nach Deutschland (597 Millionen Euro), gefolgt vom Vereinigten Königreich (230 Millionen Euro) und Schweden (121 Millionen Euro). Zu den wichtigsten Transaktionen gehörte die Beteiligung von Tencent an den Finanzierungsrunden für den deutschen B2B-Zahlungsanbieter Billie (166 Millionen Euro) und für den deutschen On-Demand-Lebensmittellieferanten Gorillas (158 Millionen Euro).
Trotz des starken Anstiegs liegen Chinas Wagniskapital-Investitionen in Europa noch weit unter dem Niveau der chinesischen VC-Investitionen in den USA, die 2021 insgesamt 2,9 Milliarden Euro betrugen.
Quelle: Mercis, Grafik: mdb

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Innovation statt Masse

3 HealthDie Einführung eines zentralen Beschaffungssystems für Arzneimittel verändert das chinesische Gesundheitswesen. Die neue, volumenbasierte Beschaffung hat zu einer drastischen Senkung der medizinischen Kosten geführt, dadurch sind die Gewinnspannen für die Pharmabranche erheblich geschrumpft. Dennoch wird sich kein multinationales Pharmaunternehmen aus dem zweitgrößten und wachsenden Gesundheitsmarkt der Welt zurückziehen, prognostiziert die Strategie- und M&A-Beratung InterChina Partners in einer aktuellen Studie. Stattdessen haben multinationale Pharmaunternehmen in China ihren Fokus verschoben: hin zu innovativen Produkten, die nicht der volumenbasierten Beschaffung unterliegen und höhere Gewinnmargen haben. Zudem setzen sie auf den Einzelhandel und auf neue digitale Vertriebsmodelle. Denn die von den neuen Regeln betroffenen Produkte müssen über digitale Kanäle wie das E-Marketing stark beworben werden, wenn Unternehmen weiterhin Marktanteile gewinnen wollen. Um Umsatzeinbußen und geringere Margen aufgrund der volumenbasierten Beschaffung auszugleichen, müssen die Unternehmen stärker in die Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte investieren.
Angesichts des harten Produktwettbewerbs und des Drucks auf die Gewinnmargen konzentrieren sich die multinationalen Pharmaunternehmen zunehmend auf die Entwicklung innovativer Arzneimittel. Einer der Gründe dafür ist, dass das Niveau und die Qualität der klinischen Forschung lokaler Unternehmen in China noch verbesserungsbedürftig sind, weshalb China die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und die Zulassung neuer Medikamente aus Übersee im Inland beschleunigt, schreibt InterChina. Allein im Jahr 2020 sind 40 neue Medikamente für die Vermarktung in China zugelassen worden.
Was vor zwei Jahren als Pilotprojekt begann, wird künftig in der gesamten Pharma-Industrie Chinas eingeführt werden, hochwertige Medizinprodukte werden der nächste Schwerpunkt der aktuellen Politik sein, schreibt InterChina Partners. Ein deutsches, langjährig in China tätiges Pharmaunternehmen ist Bayer (Foto).
Quelle: InterChina, Foto: Bayer AG

500.000

chinesische Unionpay-Kreditkarten gibt es in Russland, ihre Zahl hat sich in einem Monat verdoppelt. Doch die Hoffnung vieler Russen, mit chinesischen Karten die Sanktionen zu umgehen, geht nicht auf: Seit dem 10. März werden in Russland ausgegebene Karten international nicht mehr akzeptiert.
Quelle: FAZ

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China-Jubiläum in Duisburg

4 DuisburgDie erste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft schlossen Duisburg und Wuhan vor 40 Jahren. In den kommenden Monaten feiert die Stadt am Rhein das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen zur Bedeutung Chinas für die deutsche Wirtschaft, zu kommunalen Partnerschaften, zu den chinesisch-europäischen Beziehungen und der digitalen Seidenstraße. Auf dem Programm stehen das China Business and Investors Forum, eine Drachenboot-Regatta und ein China-Fest.
Die ersten Kontakte zwischen Duisburg und Wuhan stammen aus der Zeit zwischen 1978 und 1982, in der ein Zusammenschluss der Duisburger Firmen Mannesmann-Demag, Krupp-Industrie-Technik und Thyssen Consulting ein Kaltwalzwerk in Wuhan errichtete. Zwei Jahre nach dem Ende der Kulturrevolution zogen über 300, überwiegend aus Duisburg stammende Ingenieure mit ihren Familien nach Wuhan. Weil die beiden Städte sich in ihrer geografischen Lage und den wirtschaftlichen Strukturen ähnelten, wuchs der Wunsch nach Austausch und Kooperation, so entstand die Idee einer Städtepartnerschaft.
1988 schenkte Wuhan Duisburg einen chinesischen Garten. Sämtliche Bauelemente und Materialien kamen aus China. Rechtzeitig zum Jubiläum hat Duisburg diesen Garten im Duisburger Zoo saniert, ebenfalls mit Materialien und Skulpturen aus Wuhan. Obwohl die chinesischen Handwerker nicht einreisen konnten, tauschten sich die deutschen und chinesischen Teams online aus, so dass die Sanierung inmitten der Pandemie gelang.
Weitere Infos
Quelle: Duisburg, Foto: Messing

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Abhängig vom Reich der Mitte

5 Grafik IndustriegueterDie Volksrepublik China ist zu Deutschlands wichtigstem Handelspartner im internationalen Güterhandel aufgestiegen. Die sich daraus ergebenden Abhängigkeiten für die deutsche Wirtschaft sind Thema einer Umfrage des ifo Instituts. 46 Prozent aller Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland geben an, derzeit auf wichtige Vorleistungen aus China angewiesen zu sein. Von diesen Unternehmen plant allerdings auch fast jedes zweite, die Importe aus China in Zukunft zu reduzieren. Gründe dafür sind der Wunsch nach stärkerer Diversifizierung, der störungsanfällige und teurere Transport sowie politische Unsicherheit. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene zeigt sich unter Berücksichtigung direkter und indirekter Wertschöpfungsverflechtungen laut ifo, dass China als Zulieferer und Absatzmarkt eine wichtige, aber keinesfalls dominante Rolle für Deutschland einnimmt.
Dennoch identifiziert das ifo Institut mehrere kritische Industriegüter und Rohstoffe, die Deutschland aus China bezieht und derzeit nur sehr schwer ersetzen könnte. Deutschland ist bei kritischen Industriegütern am stärksten von anderen EU-Mitgliedsländern abhängig. Knapp drei Viertel der kritischen Industrieprodukte kommen aus anderen EU-Ländern, während drei Prozent der kritischen Produkte aus China und sieben Prozent aus den USA importiert werden. Die höchsten Abhängigkeiten gegenüber China bestehen bei Chemiegütern, gefolgt von elektrischen und Transport-Ausrüstungen.
Insgesamt entfallen über alle Handelspartner hinweg aber nur fünf Prozent aller deutschen Importe auf Güter mit kritischen Abhängigkeiten. Dennoch kann bereits eine geringe Anzahl von Produkten massive Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette haben.
Quelle: ifo Institut, Grafik: mdb

„Vor zwei Monaten konnte man in Shanghai keine 500 Meter weit gehen, ohne über einen Hafermilch-Latte oder einen hippen Laden zu stolpern. Vor zwei Wochen habe ich ein Stück Schweinefleisch gegen Milch für meine Kinder getauscht.“

Mattie Bekink vom Economist Intelligence Corporate Network
Quelle: SupChina

China News

Welthauptstadt des autonomen Fahrens

6 shenzehn wikipedia 2Shenzhen plant, sämtliche Hauptstraßen und Autobahnen für autonom fahrende Autos zu öffnen, schreibt China.Table. Die 17-Millionen-Metropole wäre die erste Stadt weltweit, die autonomes Fahren in diesem Maßstab zulässt. Rund 4.000 chinesische Unternehmen sind mit dem automatisierten Fahrsektor verbunden, jedes Fünfte kommt aus Shenzhen. In einem lesenswerten Beitrag schreibt Frank Sieren in China.Table, wie Shenzhen den fahrerlosen Verkehr in den Alltag integrieren will. Die Pläne der High-Tech-Metropole könnten als Blaupause für das ganze Land diesen, resümiert der Autor.
Ob bei AutoX, DeepRoute oder Baidu – die Testläufe der chinesischen Anbieter sind bereits weit fortgeschritten, schreibt China.Table. Die Verwaltung will die finalen Prüfungen für den neuen Gesetzesentwurf im August abschließen. Bereits Anfang des Jahres hatten die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und das Handelsministerium Richtlinien zur Umsetzung des Projektes veröffentlicht und damit das gesamtstaatliche Interesse daran gezeigt.
Quelle: China.Table, Foto: Charlie Fong, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0


16%

betrug in China die Arbeitslosenquote von städtischen Jugendlichen im Alter von 16 bis 24 Jahren im März.
Quelle: Xinhua

China News

Noch mehr Superreiche

7 HurunDer Hurun-Report veröffentlicht ein jährliches Milliardärs-Ranking. In China gab es auf dieser Liste im vergangenen Jahr große Verschiebungen. Die Wirtschaftswoche hat die Veränderungen unter Chinas Superreichen analysiert. Pekings Tech-Crackdown hat Chinas Milliardäre im vergangenen Jahr zu den großen Verlierern gemacht. Tech-Aktien verloren 2021 rund eine Billion Dollar an Wert. Um jeweils ein Drittel schrumpften die Vermögen von Alibaba-Gründer Jack Ma (37 Milliarden Dollar) und Tencent-Gründer Pony Ma (52 Milliarden Dollar). Huang Zheng (19 Milliarden Dollar), Gründer des Alibaba-Konkurrenten Pinduoduo, verlor sogar 72 Prozent seines Vermögens.
Massive staatliche Hilfen haben aber auch riesige neue Industrien heranwachsen lassen, die einige sehr reich gemacht haben, ist das Fazit der Wiwo. So ist das Vermögen von Zeng Yuqun, Gründer des E-Auto-Batterieherstellers CATL, um 56 Prozent auf 52 Milliarden Dollar gestiegen. Gleich sieben CATL-Mitgründer und Manager schafften es auf die aktuelle Liste der Superreichen. Einer der prozentual größten Vermögens-Gewinner ist der Gründer von Trina Solar, Gao Jifan. Sein Vermögen kletterte um 227 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Auch Unternehmer aus den Branchen Pharma und Chip-Industrie legten zu.
Insgesamt sind Chinas Tech-Gründer zwar in die Defensive geraten, trotzdem stieg die Zahl der Milliardäre im Land um 75 Personen. Mit 1.133 Dollar-Milliardären führt die Volksrepublik das Ranking der Superreichen an, in den USA gibt es 716 Milliardäre.
Die meisten chinesischen Milliardäre leben in Peking (144), gefolgt von Shanghai (121) und Shenzhen (113). Auf Platz vier liegt New York (110).
Beim Gesamtvermögen liegen Amerikas Milliardäre allerdings weiterhin vor den Chinesen. Auch bei der Größe der individuellen Vermögen liegen die USA an der Spitze. Der reichste Chinese, der Nongfu-Spring-Chef Zhong Shanshan, kam mit 72 Milliarden Dollar auf den 15. Platz des globalen Rankings. Davor wird das Feld laut Wirtschaftswoche von US-Amerikanern dominiert.
Quelle: Hurun, Wiwo, Foto: PublicDomainPictures/Pixabay

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Club-Mate erobert Techno-Szene

8 ClubMateDas deutsche Kräutergetränk Club-Mate der fränkischen Brauerei Loscher aus dem Steigerwald erobert Chinas Clubszene, schreibt die Webseite Radii. In Berlins Techno-Szene sei Club-Mate sehr beliebt, nun sind Chinas Clubgänger auf den Geschmack gekommen. In China gibt es eine lebendige Club-Szene für elektronische Musik, trotz aller Herausforderungen durch Covid, häufige Razzien und hohe Mieten für Veranstaltungsorte. Das kohlensäure- und koffeinhaltige Mate-Extrakt-Getränk hat sich den Weg in die chinesische Underground-Musikszene gebahnt, insbesondere die Techno-Subkultur. „Die Techno-Szene in China ist sehr klein“, zitierte Radii einen amerikanischen, in China lebenden Clubgänger. „Hier teilen sich alle Clubs die DJs, und wenn ein Barbesitzer erfährt, dass es in einem anderen Club ein bestimmtes Produkt gibt, will er es haben. Clubbesucher wollen etwas, das sie bei Laune hält, aber viele junge Chinesen trinken und vertragen nicht so viel Alkohol.“
Bisher werden Yerba-Mate-Blätter in China online als Mittel zur Gewichtsreduzierung verkauft. Bisher ist es Herstellern jedoch verboten, Yerba-Mate-Blätter zu Fertigprodukten wie Mate-Getränken in Dosen zu verarbeiten, schreibt Radii. Deshalb sind fast alle in China verkauften Mate-Erfrischungsgetränke importiert.
In China steht das Kräutergetränk vor zwei Schwierigkeiten: In einem Land mit jahrtausendealter Teekultur ist es schwierig, ein neues teeähnliches Getränk auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig stehen Mate-Erfrischungsgetränke im Wettbewerb mit Red Bull und anderen bereits verfügbaren importierten koffeinhaltigen Getränken.
Quelle: Radii, Screenshot: mdb

„China muss sich wieder öffnen, um die sozioökonomische Entwicklung zu normalisieren und sich an die weltweite Öffnung anzupassen.“

Die Virologen Zhong Nanshan und Guan Weijie schlagen im National Science Review Öffnungsstrategien vor.
Quelle: NSR/SCMP

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China Business Kalender

9 kalenderChinas Rolle im Ukraine-Krieg, Technologie-Wettlauf, Sozialkreditsystem, globale Lieferketten, Zertifizierung, Markenrecht und E-Commerce sind nur einige der Themen der zahlreichen Veranstaltungen für die deutschsprachige China-Business-Community in den kommenden Wochen, die der China Business Kalender auflistet. Nach der langen Corona-Pause und vielen Online-Events laufen die Veranstalter zur Höchstform auf, es gibt einen guten Mix aus Präsenz- und Online-Events. Der China Business Kalender ist ein Angebot des Medienbüros Düsseldorf | Beijing, das auch diesen China Business Forum Newsletter herausgibt. Ist Ihr Termin noch nicht aufgenommen? Dann schreiben Sie uns.

64%

der Chinesen leben in Städten.1980 betrug die Urbanisationsrate 19 Prozent, 2010 lebte bereits jeder zweite Chinese in einer Stadt.
Quelle: Statista

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Roboterhunde und Drohnen

10 RoboterhundeDie unkonventionelle Nutzung technischer Neuigkeiten zur Pandemie-Bekämpfung durch China muten oft gruselig und wie aus einer anderen Welt an: Den Einsatz eines insektenhaft anmutenden Roboter-Hundes, der mit aufgeschnalltem Megaphon während des Lockdowns durch die menschenleeren Straßen Shanghais zieht und die Menschen auffordern, Desinfizierungsmittel zu nutzen, zeigt die Times in einem Video auf ihrer Webseite. Als Bewohner einer Hcohhaussiedlung auf ihren Balkonen singen und gegen Versorgungsengpässe protestieren, werden sie von einer Drohne am Nachthimmel beschallt: „Bitte haltet euch an die staatlichen Covid-Beschränkungen. Kontrolliert das Verlangen eurer Seele nach Freiheit. Öffnet die Fenster nicht und singt nicht.“ Das Video ist auf Weibo und Twitter zu sehen.
Quelle: The Times, Screenshot: mdb

The Times: Robot dogs bark out lockdown orders in Shanghai. Video
Jiliang auf Weibo: Video der Drohne im Songjiang Jiuting Jiayuan. Video
Wiedergepostet von Alice Su auf Twitter.

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Wagniskapital fließt nach China

11 WagniskapitalChina105 Milliarden Euro mit 950 Deals investierten ausländische Risikokapitalgeber im vergangenen Jahr in die Region Greater China, eine bemerkenswerte Summe angesichts der verschärften Vorschriften Pekings für ausländische Börsengänge, kommentiert der Pitchbook Venture Report. Die Rekordsumme zeige die anhaltende Bedeutung von Greater China für globale Investoren. Dennoch rechnet die Studie damit, dass sich künftig die verschärften Vorschriften Pekings für ausländische IPOs bemerkbar machen werden. Die größten Steigerungen sowohl beim Transaktionsvolumen als auch bei der Anzahl der Transaktionen verzeichnete der IT-Hardware-Sektor.
Quelle: Pitchbook, Foto: Jéshoots / Pexels
Pitchbook: Greater China Venture Report. H2 2021. Online-Publikation.

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Wir müssen reden

12 Eurobiz2021 konnten viele chinesische Tochtergesellschaften europäischer Unternehmen in China bessere Ergebnisse vorweisen als die Niederlassungen dieser Unternehmen im Rest der Welt. Doch nun führt Chinas Null-Covid-Strategie mit harten Lockdowns dazu, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Geschäftstätigkeit überhaupt aufrecht zu erhalten. In solchen Zeiten ist die Kommunikation zwischen chinesischer Niederlassung und Zentrale wichtiger denn je, und sie hakt an vielen Stellen. Deshalb widmet Eurobiz, die Zeitschrift der EU-Handelskammer in China, mit der Interaktion zwischen chinesischer Tochter und europäischer Zentrale einen Schwerpunkt. China-Manager Volker Müller gibt Empfehlungen dazu, wie die Abstimmung zwischen Zentrale und Tochter gelingen kann. Dabei legt er den Fokus weniger auf die richtige Nutzung von Online-Tools, sondern auf den Aufbau von China-Know-how in der Zentrale. Dieses sei die Grundlage für das gegenseitige Verständnis. Neben Tipps für den Aufbau und die Pflege von China-Know-how in der Zentrale zeigt er an Fallbeispielen, wie der Mangel an China-Know-how zu kostspieligen Fehlern führen kann.
Foto: Anna Shvets/Pexels
Volker Müller: We Must Talk. Increasing China expertise in European headquarters. Eurobiz. Online-Magazin.

„Die Immobilien-, Nachhilfe-, Internet- und Kontaktservice-Branchen, die ursprünglich viele Arbeitsplätze boten, verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Arbeitskräften.“

Aus „Zehn Fragen zur aktuellen Wirtschaft“
Quelle: Xinhua

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Einblick in Chinas öffentlichen Diskurs

13 TranslationMovementSeit zwei Monaten bietet das „Great Translation Movement“ Einblicke in Chinas öffentlichen Diskurs. Eine anonyme Gruppe übersetzt auf Twitter Artikel chinesischer Staatsmedien und chinesische Social-Media-Kommentare in mehrere Sprachen, berichtet NBC. Dies geschehe zum Leidwesen der chinesischen Regierung, die nach Ansicht von Experten oft unterschiedliche Botschaften für das heimische und das ausländische Publikum habe. „Wir wollen, dass die Außenwelt erfährt, was in China vor sich geht, unabhängig davon, ob es sich um das Ergebnis spontaner Interaktionen des chinesischen Volkes oder um das Ergebnis von Zensur, Manipulation und Propaganda handelt“, erklären die Initiatoren.
Chinesische Staatsmedien bezeichneten das Projekt als Verleumdungskampagne, die Informationen seien einseitig und spiegelten nicht das ganze Bild wider.
Die Übersetzer aus aller Welt haben mittlerweile 140.000 Follower. Um einen weiteren Imageschaden im Ausland zu vermeiden haben Chinas Staatsmedien ihren schrillen Nationalismus angeblich sogar etwas zurückgefahren haben, kommentiert China-Table.
Quellen: NBC, China.Table, Screenshot: mdb
The Great Translation Movement. Twitter Account.

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Atemberaubender Aufstieg

14 SocialCreditDie Vorbilder des chinesische Sozialkreditsystems stammen aus den USA, Japan und Deutschland, schreiben Martin Warnke und Martin Woesler in ihrem Buch über Chinas Sozialkreditsystem. Was der Westen zum Zweck der finanziellen Kreditsicherung in Form der Schufa geschaffen habe, soll nun im Osten zur Gesamtsteuerung eines 1,4-Milliarden-Volkes dienen und ist bereits weitgehend implementiert. Die Autoren stützen sich auf chinesische Quellen, um den atemberaubenden Aufstieg eines Systems zum Schutz vor Kreditausfall hin zur kybernetischen Massenkontrolle mithilfe von Strafen und Anreizen zu beschreiben. Dabei werde deutlich, dass durch das Sozialkreditsystem (Staats-)Kapitalismus und Kommunismus eine revolutionäre Verbindung eingehen, ähnlich aufgebaut und wirkend wie die technischen Protokolle, die das Internet ermöglichten, schreiben die Autoren. Persönliches Vertrauen, einst die Basis allen Geldverkehrs, werde im Turbokapitalismus durch instantane, binäre und informatisierte Entscheidungen ersetzt werden.
Foto: Pexels/Pixabay
Martin Warnke, Martin Woesler: Sozialkybernetik in statu nascendi: Die Entstehungsgeschichte des chinesischen Sozialkreditsystems. Matthes & Seitz.

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Zukunftsmodell oder Alptraum

15 Zukunft PanayotaEuropa steht am Scheideweg und muss sich beim Umgang mit China entscheiden: zwischen technologischer Abschottung, politischer und militärischer Konfrontation oder Kooperation. Der Umgang mit China wird unsere Zukunft bestimmen, schreibt der Ökonom, ehemalige EU-Beamte und Hochschullehrer in China Gerhard Stahl in seinem Buch „China. Zukunftsmodell oder Alptraum?“. Der Autor beschreibt die Veränderungen der vielschichtigen, chinesischen Gesellschaft mit ihren Widersprüchen: Entwicklungsland und Wohlstandsgesellschaft, traditionelle Landwirtschaft und Hochtechnologiestandort, Sozialismus und Marktwirtschaft, weltoffen und nationalistisch. Das chinesische Geschichtsverständnis, der wirtschaftliche und politische Alltag sowie Vorstellungen chinesischer Gesprächspartner über das moderne China werden skizziert. Stahl analysiert den geopolitischen Konflikt mit den USA und leitet Empfehlungen für Wirtschaft und Politik sowohl in Deutschland als auch auf europäischer Ebene ab.
Foto: Panayota/Pixabay
Gerhard Stahl: China Zukunftsmodell oder Albtraum? Europa zwischen Partnerschaft und Konfrontation. H. Dietz Verlag.

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30.06. Online: Digital content marketing for the Chinese Automotive market
30.06. Regensburg: 50 Jahre diplomatische Beziehungen