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Newsletter 12.2021

China News
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Sehr geehrte Damen und Herren,

in den nächsten Jahren werden wir China weiter begegnen – leider meist nur digital. Man kann in China studieren, es werden sogar Stipendien ausgelobt. Allerdings überwiegend online. Es gibt Unternehmerreisen und Messen im Land. Doch für uns findet das alles nahezu ausschließlich im Netz statt. Gemeinsame Tee-Pausen, Essen, Golf-Turniere oder informelle Gespräche? Fehl am Platz! Die Ansätze im Umgang mit der Pandemie sind zu verschieden. 400 Flüge lässt China in diesem Winter ins Land – pro Woche. Einige wenige von uns werden die teure Anreise und die Mühen wochenlanger Quarantäne auf sich nehmen, aber eben nur einige wenige. Wie zum Beispiel Mona Fromm, die es geschafft hat, als DAAD-Stipendiatin ins Land ihrer Träume zu reisen. Doch der allgemeine Trend sieht anders aus: Das lange Warten zermürbt. In Deutschland lebende Chinesen kehren in ihre Heimat zurück. Internationale Expats verlassen China. Im vergangenen Jahr lebten 846.000 Ausländer in der Volksrepublik. Jetzt ist ihre ohnehin geringe Anzahl noch einmal um ein Drittel gesunken. Und wieder schließen sich Gesprächskanäle. Wie gehen Sie und Ihr Unternehmen mit dieser Situation um? Wie retten Sie den Austausch mit Ihren chinesischen Partnern? Schreiben Sie mir. Wir müssen Gesprächskanäle offenhalten.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Adventszeit und einen guten Start in das neue Jahr,

Ihre Astrid Oldekop
AOAstrid Oldekop
Chefredakteurin
China Business Forum
cbf@mdb-consult.com

China News

Im Land der Träume

1 Mona kl3Passend zu ihrem chinesischen Namen 梦娜 (Traum + Mädchenname) erfüllt sich die Studentin Mona Fromm derzeit einen Traum. Sie hat geschafft, was für die meisten aktuell unmöglich ist: Während die chinesische Regierung die Einreise immer restriktiver gestaltet, ist sie nach China geflogen.
Das Visum zu beantragen, war mit unzähligen Behördengängen, Unterlagen und WeChat-Nachrichten verbunden, ebenso mit Schweiß und Tränen. Die 24-Jährige brauchte Durchhaltevermögen, aber vor allem hatte sie Glück. Sie hat zur richtigen Zeit mit der richtigen Person telefoniert.
Die Chefin der Firma, bei der sie für ihr DAAD-Stipendium ein Praktikum macht, suchte eine Betreuerin für eine Schülergruppe. Das Unternehmen organisiert Austausche zwischen China und Deutschland. Im Shanghaier Büro setzte sich eine Kollegin für die Einreise ein. Zudem war es Glück, dass die Behörden die sogenannte PU-Einladung ausgestellt haben. Andere Anträge werden sofort abgelehnt.
Es ist ein kleines Wunder. Zumal Mona Fromm eigentlich schon vor einem Jahr hätte einreisen sollen: für den ersten Teil des Stipendiums an der Beijing Foreign Studies University. Das Studium fand online statt – natürlich nicht das Gleiche wie Peking zu sehen, zu hören und zu riechen. Stattdessen schwirrten ihr chinesische Ausdrücke durch den Kopf. Anwenden konnte sie die neuen Wörter nicht. Ein Frust, den viele internationale Studierende zurzeit durchmachen.
So glücklich sie über den Erfolg ist – so traurig macht sie der Ausblick. Denn für die meisten wird ein China-Aufenthalt in den nächsten Monaten, gar Jahren weiterhin eines bleiben: ein Traum.
Mona Fromm ist Studentin und Wirtschaftsjournalistin mit einer Faszination für China. Auch weil Journalistenvisa besonders restriktiv verteilt werden, suchte sie sich für die Kürze des Praktikums eine Tätigkeit im Bildungsbereich.
Foto: Mona Fromm

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Quarantäne von A bis Z

2 QuarantaeneEinen guten Überblick über die Dauer und Kosten der Quarantäne in unterschiedlichen chinesischen Städten gibt die South China Morning Post. Wer beispielsweise aus dem Ausland nach Peking reist, muss sich erst 21 Tage lang in China aufgehalten haben und nach der Ankunft in der Hauptstadt noch einmal eine siebentägige Gesundheitskontrolle absolvieren. In Shanghai stehen 14 Tage Hotel-Quarantäne und sieben Tage Gesundheitsüberwachung an. In manchen kleineren Städten werden bis zu vier Wochen Quarantäne verlangt. Quarantäne-Hotels werden zugeteilt. In Peking kostet das Hotel durchschnittlich 50 Euro (350 Yuan) pro Nacht, hinzu kommen etwa 14 Euro (100 Yuan) täglich für das Essen. Unser Foto zeigt Teile des Essens, das Peter Tichauer, Pressesprecher des Deutsch-Chinesischen Ökoparks in Qingdao, während seiner 14tägigen Quarantäne im Oktober in Shanghai serviert bekam.
Quelle: SCMP, Foto: Peter Tichauer

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China News

Cloud ermöglicht neue Geschäftsmodelle

3 GrafikCloud-Technologien haben eine vielversprechende Zukunft in China und bieten Unternehmen die Gelegenheit, ihre Wachstumsstrategien zu überdenken und neu zu gestalten, schreibt die Strategie- und M&A-Beratung InterChina. Dies sei angesichts des langsamer wachsenden chinesischen Bruttoinlandsprodukts dringend notwendig. China stehe an der Schwelle zu einer rasanten Beschleunigung seiner Cloud-Computing-Fähigkeiten. Internationale Unternehmen benötigten einen proaktiven Ansatz, um von dieser Entwicklung zu profitieren.
Während beim E-Commerce schon über die Hälfte des weltweiten Geschäfts in China umgesetzt wird, hinkt das Land beim Cloud-Computing der globalen Entwicklung hinterher. Wichtiger Teil der Cloud-Technologien sind Software as a Service (SaaS)-Angebote. Das weltweite SaaS-Marktvolumen beträgt laut IDC 210 Milliarden Dollar, auf China entfallen bisher lediglich fünf Milliarden Dollar. Doch 2020 haben chinesische Unternehmen unterschiedlichster Branchen unter dem Druck der Pandemie SaaS-Angebote vermehrt genutzt, eine Dynamik, die laut InterChina anhalten wird. Denn demographische und wirtschaftliche Faktoren werden in China zu höheren IT-Ausgaben führen, und Hersteller werden das Potenzial von SaaS und anderen Cloud-Modellen erkennen, heißt es.
SaaS bietet Unternehmen die Gelegenheit, bestehende Daten zu integrieren, neue Metadaten und Daten zu erforschen und so beispielsweise Lieferketten-Probleme zu lösen, schreibt InterChina. Fertigungsunternehmen können damit das Verhalten ihrer Kunden analysieren und neue Potenziale erschließen. Dabei sei es wichtig, dass Unternehmen einen proaktiven Ansatz verfolgen und nicht darauf warten, dass SaaS-Anbieter ihre Probleme lösen.
Gerade Chinas Textilsektor sei ein Beispiel für eine traditionelle Branche, die durch die Anwendung von SaaS schnell auf einen sich rasant verändernden Markt reagieren kann. Die InterChina-Analyse „How the cloud will become the great enabler for Industry“ lesen Sie hier.
Quelle: InterChina, Grafik: mdb

89° Celsius

heiß ist das Gestein, durch das 70 Tunnel gegraben werden für die 1.543 Kilometer lange Sichuan-Tibet-Eisenbahn. Einer der Tunnel ist über 40 Kilometer lang.
Quelle: SCMP

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Porsche setzt auf virtuelle Influencer

4 PorscheDer Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche investiert in das chinesische Start-up iMaker. Das Technologieunternehmen kreiert virtuelle Influencer und digitale Ökosysteme. Mit dem Schritt will Porsche die Bedürfnisse junger chinesischer Verbraucher bedienen, ihren Trends folgen und neue Anwendungsszenarien für digitale Inhalte erschaffen. Porsche und iMaker arbeiten bereits seit 2020 zusammen und wollen ein neues digitales Ökosystem erstellen, das die Erfahrung der Kunden beim Fahren von Porsche verbessert und Kommunikationsangebote mit virtuellen Influencern bietet. In der Vision des Autobauers wird das Fahrzeug wichtiger Bestandteil des digitalen Lebens und der Unterhaltung und bietet den Kunden ein komfortables, nahtloses Unterhaltungserlebnis. „iMaker wird Porsche bei der Implementierung und Konstruktion digitaler Inhalte in der Automobilindustrie unterstützen“, erklärte Xia Bing, Gründerin von iMaker. Das Start-up wurde gerade mal vor zwei Jahren gegründet und hat nach der Investition von Porsche Ventures bereits vier Finanzierungsrunden mit mehreren Investoren abgeschlossen.
Quelle und Foto: Porsche

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Innovationen im Herzen Europas

5 NRWGlobalInnovationen im Herzen Europas
In Nordrhein-Westfalen schlägt das innovative Herz Europas. Das ist die Kernaussage der aktuellen Standortmarketingkampagne des Landes, die Ende November im Rahmen des China Innovation Summits in der Volksrepublik gestartet ist und auf Screens der Shanghai Railway Station, an Bürogebäuden, in Anzeigen auf WeChat, in der Global Times, Caixin Weekly sowie Huanqiu Net zu sehen ist. Der neue Imagefilm startet mit Aufnahmen einer Chinesin und zeigt fast schon in China-Speed innovative Unternehmen in NRW, unter anderem den chinesischen Automobilzulieferer Yanfeng mit seinen Smart Mobility Anwendungen. Dieser ist seit 2015 mit Europazentrale und 600 Beschäftigten in Neuss präsent, wo er 2018 ein Innovationszentrum eröffnete. Über 1.200 Unternehmen aus Greater China haben sich mittlerweile im bevölkerungsreichsten Bundesland niedergelassen. Mit dem Claim „Europe’s Heartbeat“ wirbt das Land weiter um ausländische Investoren und legt dabei den Fokus auf Innovationsthemen wie Neue Mobilität, Smart Manufacturing, Künstliche Intelligenz und Cyber Security.
Protagonisten des Standortfilms sind in NRW ansässige Unternehmen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Dazu gehören die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, das Jülich Supercomputing Center, der Haushaltsgeräte-Hersteller Miele, der israelische Spezialist im Bereich künstliches Sehen Orcam Technologies sowie der chinesische Automobilzulieferer Yanfeng. „Im Fokus stehen die Innovationskraft unserer Unternehmen, das offene Mindset der Menschen und ihre hohe Qualifikation“, resümiert Felix Neugart, Geschäftsführer der landeseigenen Außenwirtschaftsförderung NRW.Global Business.
Foto: NRW.Global Business

„Es gibt in der chinesischen Bevölkerung weiterhin eine unglaubliche Aufgeschlossenheit und Neugier der Welt gegenüber.“

Niels Peter Thomas, Leiter der China-Niederlassung des Verlags Springer Nature
Quelle: China.Table

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China kämpft um die Besten

6 WarforTalentsGut ausgebildete Talente sind entscheidend für Innovationen. Lange Zeit hatten die USA im weltweiten „War for Talents“ die Nase vorn. Doch diese Führungsposition bei Wissenschaftlern und Ingenieuren ist ernsthaft bedroht, hat das Center for Strategic and International Studies (CSIS) beobachtet. Denn China erntet die Früchte langfristiger Investitionen, verfügt nun über zahlreiche qualifizierte Talente aus den MINT-Fächern und könnte die USA sogar überholen, ist das Fazit einer CSIS-Studie. 2025 werden 77.000 Chinesen in den MINT-Fächern promovieren, in Amerika sind es dagegen nur 40.000. Die Zahl der MINT-Studenten ist bereits heute in China viermal so hoch wie in den USA.
Doch noch immer ziehen die USA internationale Talente an und schaffen es, sie zu halten. Dies sei China trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, schreiben die Autoren. Die US-Regierung laufe jedoch Gefahr, diesen Vorteil durch eine schlechte Einwanderungspolitik zu verspielen. Ohne signifikante Reformen für MINT-Zuwanderer werden die USA Schwierigkeiten haben, ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und kurzfristige technologische Ziele zu erreichen bei Themen wie Halbleitern, Künstlicher Intelligenz und der sauberer Energie, heißt es in der CSIS-Studie „Winning the Tech Talent Competition”.
Quelle: CSIS, Foto: Bigstock

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Gesundes Leben und fairer Wettbewerb

7 health3 Pexels yoshiki„Wir wollen junge Menschen dazu zu ermutigen, ein gesünderes Leben zu führen und zu lernen, wie wichtig es ist, einen fairen Wettbewerb zu respektieren und die Vielfalt zu schätzen”, reümiert Rouven Kasper vom Sportforum der Europäischen Handelskammer in China. Diese hat gerade mit der Allgemeinen chinesischen Sportverwaltung (GAS) eine Vereinbarung abgeschlossen. Gemeinsam will man Sportaktivitäten entwickeln und sportbezogene Industrien und Veranstaltungen fördern. Die Europäische Kammer unterstützt die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, die Förderung der olympischen Bewegung in China, die Initiativen zur besseren Integration von Sport und Bildung sowie die Entwicklung des Jugendsports. Sie will sich um eine Zusammenarbeit mit der GAS in Bezug auf Olympia 2024 in Paris und die Olympischen Winterspiele Mailand 2026 bemühen. Zu diesem Zweck hat die Kammer ein Sportforum eingerichtet, das neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf sportlicher und wirtschaftlicher Ebene finden soll. Das Forum wird Veranstaltungen ausrichten und mit lokalen Regierungen zusammenarbeiten, um langfristige Sport- und Bildungsaktivitäten zum Nutzen der Öffentlichkeit und der Entwicklung der Gesellschaft durchzuführen. „Die europäischen Werte sind tief verwurzelt in einem offenen und fairen Wettbewerb auf gleicher Augenhöhe“, sagte Jörg Wuttke, Kammer-Präsident. „Diese Initiative zeigt, dass wir weiterhin mit China zusammenarbeiten wollen, um diese Grundsätze sowohl im Sport als auch in der Wirtschaft zu verankern.“
Quelle: EUCC, Foto: Pexels / Yoshiki

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Quarantäne-Zimmer pro 10.000 Einwohner sollen chinesische Städte bereitstellen. In Guangzhou eine 5.000-Zimmer-Anlage. Drohnen liefern Essen, Roboter desinfizieren Räume.
Quelle: SCMP

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Deutsch ist im Kommen

8 Deutsch AOIn China hat die Zahl der Deutsch Lernenden um ein Drittel zugenommen, meldet der DAAD. 2020 stieg sie insgesamt auf 145.000 an. Gerade an Schulen erfreut sich das Fach Deutsch eines großen Zulaufs. Dort hat sich die Zahl derjenigen, die Deutsch als Fremdsprache wählen, in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Etwa 23.400 Schüler lernen Deutsch, 30 Prozent als erste und 70 Prozent als zweite Fremdsprache. Die Einführung von Deutsch als Prüfungsfach in der Hochschulzugangsprüfung zum Schuljahr 2018/19 werde diese Entwicklung weiter bestärken, prognostiziert der DAAD.
Quelle: DAAD, Foto: mdb

China News

Stadt, Land, Fluss im Blick Beijings

9 Stadtlndfluss Pixabay yukuaikuaiBeziehungen mit China auf kommunaler und regionaler Ebene sind in jahrzehntelangen Anstrengungen gewachsen. Fast alle Bundesländer haben Partnerschaften mit chinesischen Provinzen geschlossen, es gibt 115 deutsch-chinesische Städtepartnerschaften. Doch im Zeitalter von Xi Jinping wandeln sich diese Beziehungen, konstatiert Merics-Autor Roderick Kefferpütz in der Studie „Chinas subnationale Diplomatie in Deutschland“, für die er mit Vertretern der Bundesländer gesprochen hat. Während China zentral handele, agiere Deutschland dezentral, schreibt der Autor. China nutze die Partnerschaften, um eigene Interessen zu verfolgen. Sein Fazit: In Deutschland ist China-Kompetenz dringend nötig: Wissen über chinesische Aktivitäten auf subnationaler Ebene, Austausch zwischen Bund, Ländern und Regionen sowie China-Wissen in den Stellen, die sich um den Austausch kümmern. Der Autor gibt folgende Empfehlungen: Zu Chinas subnationaler Diplomatie müsse geforscht werden. Landesregierungen sollten regelmäßig die Kommunen nach dem Stand der Beziehungen befragen. Das Thema müsse in Landesparlamenten und Stadträten präsent sein. Die Beziehungen sollten besser koordiniert werden, zwischen föderalen Ebenen und innerhalb landes- und kommunalpolitischer Verwaltungen. Und last but not least der alte Spruch: China-Kompetenzen von landes- und kommunalpolitischen Akteuren müssen dringend ausgebaut werden. Und dazu gehören selbstverständlich auch gemeinsame Essen und das gegenseitige Interesse an den Spezialitäten der anderen. Unser Foto zeigt den scharfen Feuertopf, einer Delikatesse aus Düsseldorfs Partnerstadt Chongqing.
Quelle: Merics, Foto: Yu Kuaikuai / Pixabay

China News

Ringen um technische Standards

10 Standrads PixabayErschwerter Zugang und mangelnde Transparenz behindern europäische Unternehmen bei der Beteiligung an Normungsprozessen in China, ist das Ergebnis einer Studie der EU-Handelskammer in China und des Swedish Institute of International Affairs. Darüber hinaus fehle den europäischen Unternehmen aber oft schlichtweg auch die Expertise, um an den komplexen Normungsverfahren teilnehmen zu können. Daher mahnt die EU-Kammer Investition in Standardisierungswissen an. Die Entwicklung von technischen Standards in Schlüsselindustrien werde zunehmend politisiert und technische Normen würden zum Schlachtfeld, auf dem Staaten um die Vorherrschaft in strategischen Technologien wie 5G, künstliche Intelligenz und neue Elektrofahrzeuge kämpfen. China dränge zunehmend in die globale Standardisierung von Schlüsseltechnologien. „Obwohl China erst vor kurzem sein Normungssystem reformiert hat, ist sein Gesamtansatz staatszentriert“, erklärt Studien-Autor Tim Rühlig. „Dies trägt in Verbindung mit der rasch wachsenden Bedeutung des Landes in der internationalen Normung zur Politisierung eines Bereichs bei, der traditionell weitgehend technisch und privatwirtschaftlich geprägt war.“
Quellen: EUCCC, DGAP, Foto: Mohamed Hassan / Pixabay

„China ist nationale Querschnittsaufgabe!“

Tim Rühlig, DGAP
Quelle: Twitter

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China verstehen – auch in Deutschland

11 WHUEin erfolgreiches chinesisches Unternehmen in Deutschland, Vertreter des Seidenstraßen-Knotenpunktes Duisburg, Informationen über das selbstbewusste, digitale China 2021 und über Wege der interkulturellen Verständigung gab es beim hochkarätigen China-Modul des „CIO Leadership Excellence Programms“, das im November auf dem Düsseldorfer Campus der WHU – Otto Beisheim School of Management stattfand. Astrid Oldekop führte durch das Modul und brachte den Teilnehmern das chinesische Denken nahe. Von ZCC Cutting Tools Europe sprachen Europa-Chef Zhao Quanliang und Marketing-Verantwortlicher Martin Sprung über die Erfolgsgeschichte des Hartmetall-Herstellers, der seit 2003 in Düsseldorf ansässig ist und seit 2010 zum Minmetals-Konzern gehört. Über die künftige China-Positionierung der Stadt mit Europas größtem Binnenhafen berichteten Duisburgs China-Beauftragter Markus Teuber sowie der Leiter des Duisburger Referats für Chinaangelegenheiten, Johannes Grünhage. In den vergangenen Jahren fand das internationale Modul in China statt und wurde mehrfach von Astrid Oldekop mit konzipiert und begleitet. Dass die WHU und das CIO-Magazin im Jahr zwei der Pandemie Düsseldorf als Ort für China-Themen gewählt haben zeigt, wie tief China inzwischen in NRW präsent ist. „Wir alle arbeiten mit Chinesen zusammen: mit Geschäftspartnern, Kollegen oder Kunden“, fasste Astrid Oldekop zusammen. „Ganz gleich, ob diese Begegnungen in China, Online oder in Deutschland stattfinden, wir müssen uns mit der Art auseinandersetzen, wie Chinesen die Welt sehen und Wege des Austausches finden.“
Foto: IDG Business Media

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Wo und was ist Zhangjiakou?

12 KreutzbergerAnfang Februar finden die 24. olympischen Winterspiele in Beijing statt. Ausgetragen werden sie größtenteils in der 100 Kilometer entfernten Stadt Zhangjiakou, in der Provinz Hebei. Peter Kreutzberger, ehemaliger deutscher Generalkonsul in Shenyang, berichtete in Düsseldorfer darüber, wie die Olympiade die geschichtsträchtige, im Westen aber weitgehend unbekannte Stadt verändert. Der Vortrag fand im Rahmen des GDCF Arbeitskreis Wirtschaft statt, Astrid Oldekop führte durch den Abend.
Zhangjiakous historischer Name ist Kalgan, das ist Mongolisch und bedeutet „das Tor“. Denn zum einen beschützte die Stadt China gegen nomadische Beutezüge aus dem Norden. Zum anderen verband sie China mit der Außenwelt. 80 Prozent des Tees für Europa wurde hier umgeschlagen, zudem war die Stadt ein Zentrum des modernen chinesischen Finanzwesens. Im Kalten Krieg diente sie als letzte Verteidigung vor einem befürchteten Angriff der Sowjetunion. Weil Zhangjiakou lange Zeit verschlossen und kaum industriell entwickelt blieb, verfügt die Stadt heute über saubere Luft und reines Wasser – gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Tourismus, kommentierte Kreutzberger. Zudem entwickele sich die Stadt zu einem Standort für Forschung und Wissenschaft.
Fotos: Martina Henschel

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Jetzt bewerben: Young Talents gesucht

13 Talents Pixabay SasintDas Young Talents-Programm der GDCF Düsseldorf fördert ein Jahr lang junge Menschen, die an der Schwelle zum Berufsleben stehen und ihre Zukunft im deutsch-chinesischen Wirtschaftsumfeld sehen. Astrid Oldekop leitet den dafür verantwortlichen Arbeitskreis Wirtschaft der GDCF ehrenamtlich. Ziel des Förderprogrammes ist es, den Mentees den Einstieg in das deutsch-chinesische Wirtschaftsumfeld zu erleichtern und ihnen den Zugang zu fachrelevanten Netzwerken zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der einjährigen Förderung steht die praxisnahe Vermittlung von Kontakten und Wissen durch begleitende Mentoren mit ausgesprochener Erfahrung im deutsch-chinesischen Wirtschaftsumfeld. Wenn die Rahmenbedingungen es zulassen, können die Mentees Erfahrungen bei der Unterstützung von Projekten in China sammeln.
Der generationen- und kulturübergreifende regelmäßige Austausch mit den Mentoren soll es den Mentees ermöglichen, ihre Kenntnisse zu erweitern, neue Ideen zu diskutieren, Netzwerke zu knüpfen und die nächsten Schritte ihrer Karriere zu planen. Durch die Mentoren sollen sich für die beiden Mentees weitere Türen zu themenbezogenen Konferenzen, Hospitanzen, Praktika öffnen. Auch bei der Karriereplanung, einer konkreten Bewerbung bei Unternehmen oder einer eigenen Unternehmensgründung kann das Mentoring durch Experten wertvolle Unterstützung leisten. Bewerbungsdetails.
Foto: Sasint / Pixabay

30%

um diesen Prozentsatz stieg die Zahl der chinesischen Undergraduates in Großbritannien 2020. Dieses Jahr ist er um 17 Prozent gestiegen.
Quelle: Economist

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Endlich: Drei Sonnen als Film

14 santiDie großartige Science-Fiction-Trilogie „The Three Body Problem“ von Liu Cixin ist verfilmt worden. Regisseur ist Yang Lei. Im November hat die Filmtochter des Internetgiganten Tencent einen spektakulären Trailer veröffentlicht, der in den ersten sechs Stunden nach Veröffentlichung 210 Millionen Mal angeklickt wurde. Die Serie startet im nächsten Jahr. Auch Netflix verfilmt zurzeit die Trilogie für das englischsprachige Publikum. Die Produktion soll im August abgeschlossen sein. Bleibt zu hoffen, dass die bereits fertige chinesische Version früher auf dem europäischen Markt zu sehen ist. Bereits die Verfilmung von Liu Cixin Roman „The wandering Earth“ spielte 2019 an den chinesischen Kinokassen 730 Millionen Dollar ein.
Screenshot: mdb / Youtube
Yang Lei: The Three Body Problem. Trailer.Nach dem roman von Liu Cixin. 


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Am Wendepunkt der Geschichte

15 kaifuleeUnd noch eine Science-Fiction-Meldung: Der große Experte für Künstliche Intelligenz Kai-fu Lee hat gemeinsam mit dem gefeierten Science-Fiction-Autor Chen Qiufan ein Buch über die Welt im Jahr 2041 geschrieben, herausgekommen ist „wissenschaftliche Fiktion“. Die Künstliche Intelligenz wird das 21. Jahrhundert entscheidend prägen, schreiben die Autoren. Die Menschheit sei an einem Wendepunkt angelangt und müsse aufwachen, angesichts strahlender Möglichkeiten und existenzieller Gefahren für das Leben, wie wir es kennen.
Innerhalb von zwei Jahrzehnten werde der menschliche Alltag nicht mehr wiederzuerkennen sein. Künstliche Intelligenz werde einen nie dagewesenen Wohlstand schaffen, die Medizin und das Bildungswesen durch die Symbiose von Mensch und Maschine revolutionieren und völlig neue Formen der Kommunikation und Unterhaltung hervorbringen. Indem sie uns von Routinearbeiten befreie, werde die KI jedoch auch die Ordnungsprinzipien unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Frage stellen und neue Risiken in Form von autonomen Waffen und intelligenten Technologien mit sich bringen.
In zehn Kurzgeschichten erzählen die Autoren vom Leben im Jahr 2041: In San Francisco entsteht ein neuer Wirtschaftszweig, der entlassene Arbeitskräfte versorgt. In Tokio wird ein Musikfan in eine besondere Art der Prominentenverehrung hineingezogen In Mumbai rebelliert eine Jugendliche, als die KI einer Romanze in die Quere kommt. In Seoul bieten virtuelle Lehrer verwaisten Zwillingen neue Wege zum Lernen und zur Kontaktaufnahme. In München gefährdet der Racheplan eines Quanteninformatikers die ganze Welt. Kai-fu Lee ist ehemaliger Präsident von Google China und Bestsellerautor von „AI Superpower“.
Screenshot: mdb / TED
Kai-fu Lee, Chen Qiufan: „AI 2041- Ten Visions for Our Future“. WH Allen. 2021.

8,45 Milliarden

Dollar wurden am Single’s Day in China umgesetzt – nur 8,45 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Erstmals seit über einem Jahrzehnt war die Wachstumsrate damit einstellig.
Quelle: SCMP

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Subventionen schwächen Innovation

16 Subventionen Pexels Vanessa LoringChinas Regierung will eine innovationsbasierte Wirtschaft schaffen und bis 2049 an der Spitze von Wissenschaft und Technik stehen. Dafür sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) bis 2025 um mindestens sieben Prozent jährlich steigen. Subventionen sollen die Forschung und Entwicklung in Unternehmen fördern. In der Vergangenheit hat landesweiter massiver Subventionsmissbrauch jedoch zur Schwächung der Innovationskraft geführt, ist das Ergebnis einer Studie des ZEW Mannheim. Bereits 2006 wurde die Innovations- und Industriepolitik deshalb neu ausgerichtet. „Sollten solche Maßnahmen besser greifen, wird China ein zunehmend innovativer Wettbewerber auf dem Weltmarkt werden und gewinnt gleichzeitig an Attraktivität als FuE-Standort für ausländische Unternehmen“, ordnet Studienautor Philipp Böing die Ergebnisse ein.
In China ist der Anteil der Subventionsempfänger unter den börsennotierten Unternehmen enorm gestiegen: Betrug er 2001 noch 31,7 Prozent, lag er 2011 bereits bei 90 Prozent. Durchschnittlich waren rund zehn Prozent der gesamten staatlichen Unternehmenssubventionen für FuE-Aktivitäten vorgesehen. Doch 42 Prozent der Subventions-Empfänger gaben die Mittel im Zeitraum 2001 bis 2011 vollständig oder zumindest teilweise für Nicht-Forschungszwecke aus. Der Subventionsmissbrauch wurde in der Studie gemessen durch einen Vergleich der von den Unternehmen in ihren Geschäftsberichten veröffentlichten FuE-Ausgaben und den erhaltenen FuE-Subventionen. Insgesamt flossen 53 Prozent aller für FuE vorgesehenen Subventionszahlungen in andere Nicht-Forschungszwecke. Oftmals werden Fördermittel zur Quersubventionierung zweckentfremdet, was auch zur raschen Senkung von Produktionskosten und Wettbewerbsverzerrung auf internationalen Märkten führen kann. Keine Effekte zeigte Chinas FuE-Förderung auf die Produktivität der Unternehmen, die Anzahl an Hightech-Erfindungen und Hochschulkooperationen sowie die Beschäftigung ausländischer Wissenschaftler.
Die ZEW-Analyse zeigt auch Optimierungspotenzial bei der Auswahl der geförderten Unternehmen. „Bei Staatsbetrieben bleibt die FuE-Förderung bislang völlig ohne Wirkung“, kommentiert Ko-Autorin Bettina Peters. „Auch die Unterstützung des Hochtechnologiesektors sollte differenzierter gestaltet werden.“ Insgesamt zeige eine Förderpolitik umgesetzt durch weniger häufige Subventionszahlungen und kleinere Beträge ein besseres Ergebnis. „Mit dem im Jahr 2020 ausgelaufenen ‚Mittel- bis Langfristplan für die Entwicklung von Wissenschaft und Technik‘ konnte China bereits einige strukturelle Probleme seines Innovationssystems angehen, und notwendige Verbesserungen einleiten“, so Peters. Außerdem wurde die Verwaltung von Förderprogrammen so umstrukturiert, dass Unternehmen nun genauer ausgewählt und die Verwendung der Subventionen besser kontrolliert werden können. Diese Reformen zeigten eine deutliche Wirkung, heißt es in der ZEW-Studie.
Wenn es gelinge, eine weitere Verbesserung von Konzeption und Implementierung der chinesischen Innovationspolitik durchzusetzen, werde die Unternehmensproduktivität steigen, was zu einem Wirtschaftswachstum durch „Innovation Made in China“ führen werde. Politik und Wirtschaft in Europa sollten sich daher bereits jetzt für eine Intensivierung des Wettbewerbs in Hochtechnologiesektoren rüsten, mahnen die Autoren
Foto: Vanessa Loring / Pexels
Philipp Boeing, Bettina Peters: A New China Shock? The Untold Story of China’s R&D Subsidies. ZEW Expert Brief.

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Viele Hasen-Milliardäre

1 HaseDer Hurun-Report liefert regelmäßig das Ranking der reichsten Chinesen. Er wird von Rupert Hoogewerf aus Luxemburg erstellt, der sich den Namen 胡润 Hú Rùn gegeben hat. Die Bewegungen an der Spitze der Superreichen liefern auch in diesem Jahr Stoff für zahlreiche Analysen. So sind 16 junge Milliardäre unter 40 Jahren darunter, mit einem Durchschnittsvermögen von 5,91 Milliarden Dollar. Frauen stellen einen von vier Milliardären – im weltweiten Vergleich ist nur jede achte auf der Milliardärs-Liste weiblich. 2.918 Personen in 200 Städten verfügen jeweils über ein Vermögen von mehr als 2 Milliarden Yuan (310 Millionen Dollar) mit einem Gesamtvermögen von 5,3 Billionen Dollar.
Der awesome-China-Newsletter von Mirko Wormuth listet als Fun Fact die Sternzeichen der Superreichen auf: Es gibt 40 Prozent mehr Milliardäre, die im chinesischen Sternzeichen des Hasen stehen denn Ratten-Milliardäre. An dritter und vierter Stelle folgen die Drachen und Schlangen. Hasen sind seit zehn Jahren die Top-Performer auf der sich rasant verändernden Liste. 1951, 1963, 1975, 1987, 1999, 2011 waren Jahre des Hasen. „Aufgepasst bei der Familienplanung: die nächsten Kaninchen-Milliardäre werden 2023 geboren“, schreibt Mirko Wormuth mit einem Augenzwinkern.
Blick zurück in die Geschichte: 1999 gab es keine Milliardäre, 2007 gab es 100, 2011 waren es schon 250, 2015 bereits 500 und 2021 genau 1185. Im letzten Jahr hat China fast „einen Milliardär pro Tag” produziert. „Man munkelt, dass die Dunkelziffer für Milliardäre sehr hoch liegt und die offiziellen Zahlen bei weitem übersteigt“, schreibt Mriko Wormuth.
Foto: Ashford Marx / Pexels
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